Beim Abriss mehrerer Studentenwohnheime in Örebro in den Jahren 2019-2020 fielen 13.000 Tonnen Betonabfälle an. Normalerweise kämen diese auf eine Mülldeponie, weil sie Chrom-6 enthalten, eine gesundheitsschädliche Substanz. ÖrebroBostäder, ÖBO, beschäftigte sich mit der Frage, ob man Betonreste wiederverwenden könne. Denn die Menge der zu deponierenden Materialien würde im Laufe der Jahre noch zunehmen

Beim Abriss von Studentenwohnheiten in Örebro entstanden 13.000 t Betonreste. Bild: Örebro Bostäder

Beton enthält Chrom-6, eine Substanz, die beim Umgang gesundheitsschädlich ist. Materialanalysen in einer Laborumgebung haben gezeigt, dass zu viel von der Substanz auslaugt, als dass der Beton als Baumaterial beim Bau neuer Häuser wiederverwendet werden könnte.

„Die Wiederverwendung von Beton hat viele Vorteile. Die ÖBO würde viel Geld sparen, weil sie das Material nicht zur Mülldeponie liefern und kein neues Material kaufen müsste. Außerdem vermeiden wir die Umweltbelastung durch den Transport und den Abbau von neuem Material‟, erklärt Lisa Jensen, Umweltkoordinatorin bei ÖBO.

Bessere Ergebnis im Feld als im Labor

ÖBO wollte herausfinden, wie die Auslaugung vor Ort im Feld, abseits der Laborumgebung abläuft. In der Realität ist der Beton in größeren Mengen vorhanden, und man ging davon aus, dass der Boden vor Ort in der Lage ist, Chrom-6 in Chrom-3 umzuwandeln, das für Mensch und Umwelt unschädlich ist. Gemeinsam mit Structor und Remedy, einer Forschungsgruppe der Universität Örebro, startete ÖBO ein einzigartiges Forschungsprojekt.

Im Herbst 2021 standen die Forschungsergebnisse fest. Sie zeigten, dass beim Auslaugen des Betons auf Moränenboden nicht so viel ausgelaugt wird wie in der Laborumgebung und dass die Moräne die Fähigkeit hat, das schädliche Chrom-6 in das unschädliche Chrom-3 umzuwandeln.

„Das ist bahnbrechend, denn unsere Studien zeigen ein völlig anderes Ergebnis als die Labortests. Anhand dieser Ergebnisse können wir sehen, dass Beton kein zukünftiges Umweltproblem sein muss, das wir uns selbst einbrocken, und dass wir Beton in Zukunft wiederverwenden können‟, sagt Lisa Jensen.

Mit diesem Ansatz könnte man bei zukünftigen Abrissprojekte das Betonmaterial beim Neubau wiederverwenden. Öbo wolle außerdem andere Wohnungsunternehmen als auch die Aufsichtsbehörden für das Thema sensibilisieren.

Vor dem Sommer erhielt die ÖBO vom Umweltamt die Genehmigung, den Altbeton aus dem Abriss der Studentenwohnheime zu verwenden. Das Material lässt sich nun bei zukünftigen Neubauten als Trag- und Verstärkungsschicht unter Häusern, Straßen und Parkplätzen einsetzen.

„Früher haben wir Beton völlig unbedacht verwendet. Das war, bevor man entdeckt hat, dass er Chrom-6 enthält. Deshalb freuen wir uns, dass wir zeigen können, dass Beton sicher verwendet werden kann. Wir und die Umweltbehörde sind sehr zuversichtlich, dass die Wiederverwendung zunehmen wird‟, so Jensen.

Quelle: Byggnyheter.se

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