Einer Untersuchung zufolge sind nur 8 Prozent der Dänen in Kopenhagen und Umgebung für den Bau der künstlichen Insel Lynetteholm.

Illustration der künstlichen Insel Lynetteholm
Bild: By og Havn

In dieser Woche beginnen die ersten Bürgeranhörungen über das Projekt Lynetteholm, die Oberbürgermeisterin Sophie Hæstorp Andersen den Kopenhagenern in Aussicht gestellt hat.

Zeitgleich veröffentlicht die Vereinigung Byen for Borgerne („Die Stadt für die Bürger‟) eine Untersuchung, derzufolge nur 8 Prozent der Befragten für eine Weiterführung des Projekts sind. Das schreibt die Vereinigung in einer Pressemeldung. 68 Prozent wünschen sich, dass Lynetteholm übeprüft und Alternativen ausgewertet werden, bevor das Projekt weitergeht.

Lynetteholm grundsätzlich infragestellen

Nach Ansicht der Vereinigung müsse die Kommune angesichts dieser Ergebnisse die Grundidee von Lynetteholm infragestellen und mit den Bürgerinnen und Bürgern das Gespräch über Alternativen suchen.

Lynetteholm sei von Beginn an ein umstrittenes Projekt gewesen, und der Widerstand wachse weiter. Die Untersuchung zeige, dass eine deutliche Mehrheit eine Weiterführung des Projekts nicht befürwortet, heißt es.

  • 55% der Befragten sind nicht der Meinung, dass die Entscheidung über Lynetteholm auf der Grundlage einer ausreichend gründlichen Analyse der Auswirkungen auf Klima und Umwelt gefallen ist. 13% sind der Meinung, dass die Auswirkungen ausreichend dokumentiert wurden.
  • 66 % der Befragten sind der Meinung, dass Dänemark mehr auf die Bedenken der Schweden, der Experten und der Umweltorganisationen eingehen sollte. 7 % sind nicht dieser Ansicht.
  • 62 % halten es für demokratisch nicht vertretbar, den Bürgern während des Projekts das Recht auf Einspruch zu entziehen. 14 % halten es für vertretbar.
  • 74 % sind der Meinung, dass das Folketing einen Plan für die Finanzierung des gesamten Lynetteholm-Projekts, einschließlich der U-Bahn und der Straßenverbindungen, vorlegen sollte, bevor neue Bauverträge abgeschlossen werden. 5 % sind anderer Meinung oder stimmen in geringerem Maße zu.
  • 68 % sind der Meinung, dass Lynetteholm noch einmal überdacht und Alternativen geprüft werden sollten, bevor das Projekt fortgesetzt wird.
  • 8 % der Befragten sind der Meinung, dass das Lynetteholm-Projekt fortgesetzt werden sollte.

„Der Widerstand gegen Lynetteholm weitet sich zu einem Volksbegehren aus‟, sagt Lone Johnsen von der Vereinigung. „Die Regierung sollte darauf hören und Lynetteholm jetzt stoppen.‟

Bürger sollten auf Augenhöhe einbezogen werden

In den nächsten Monaten will die Oberbürgermeisterin die Bürger zu Diskussionsrunden über Lynetteholm einladen. Währenddessen läuft das Projekt weiter.

„Das ist sehr spät. Die Kommune sollte den Bürgern auf Augenhöhe begegnen und das Gespräch über die grundsätzliche Idee von Lynetteholm suchen, alternative Lösungen vorstellen und diskutieren. Alles andere wäre respektlos angesichts der Skepsis und dem Widerstand der Bürger, die gegen das Projekt sin‟, so Johnsen.

Die Untersuchung wurde im Zeitraum zwischen dem 18. August und dem 02. September 2022 durchgeführt. Insgesamt wurden CAWI-Interviews mit Kopenhagener Bürgerinnen und Bürgern über 18 Jahren durchgeführt.

Quelle: Byrummonitor

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