Bane NOR muss Follobahn-Fertigstellung um 1 Jahr verschieben

Illustration der zukünftigen Follobahn-Strecke durch Oslo
Bild: Via Nova/Bane NOR

Der Ausschluss des italienischen Baukonzerns Condotte aus den Follobahn-Verträgen im Frühjahr 2018 hat größere Folgen für das Projekt als bisher angenommen. Das norwegische Staatsunternehmen Bane NOR gab jetzt bekannt, den Fertigstellungstermin um ein Jahr verschieben zu wollen. Auch das Budget müsse erhöht werden.

Im vergangenen Jahr hatte Bane NOR alle Kräfte mobilisiert, um eine Fertigstellung zum geplanten Termin 2021 doch noch umsetzen zu können. Doch jetzt sei man zu dem Schluss gekommen, dass dies nicht länger realistisch ist. Gorm Frimannslund von der Konzernleitung von Bane NOR erklärte: „Bane NOR hat die Bauarbeiten am Follobahn-Projekt das ganze letzte Jahr über überwacht und Maßnahmen umgesetzt, um die Folgen des Ausschlusses von Condotte abzumildern. Leider ist es uns nicht gelungen, alle Verzögerungen aufzufangen.‟

Condotte-Ausschluss kostet das Projekt Zeit und Geld

Das Follobahn-Projekt ist Bestandteil des InterCity-Ausbaus und soll eine Reisezeit von nur 11 Minuten zwischen der Hauptstadt Oslo und Ski ermöglichen, halb so lang wie bisher. Der Ausbau ist jetzt zu 72 % fertiggestellt; eigentlich sollten es zu diesem Zeitpunkt schon 79 % sein. Doch die Aufhebung der Verträge mit dem konkursbedrohten Konzern Condotte im April 2018 hat viel Zeit und Geld gekostet, Bane NOR geht derzeit von 1,6 Mrd. NOK aus (etwa 170 Mio. EUR). Darüber hinaus hatten sich die geologischen Verhältnisse bei der Follobahn als schwieriger erwiesen als gedacht. Bane NOR beabsichtigt daher, beim norwegischen Parlament eine Erhöhung des Projektbudgets von 28,5 Mrd. NOK auf 30,7 Mrd. NOK zu beantragen. Die Eröffnung der Bahnstrecke wird von Dezember 2021 auf Dezember 2022 verschoben.

„Das Follobahn-Projekt ist eines der technisch anspruchsvollsten Verkehrsprojekte in Norwegen. Alle arbeiten stets an der Bewältigung der Herausforderungen des Projekts, und wir haben großen Respekt vor der Leistung, die die von uns beauftragen Bauunternehmen erbringen. Rund 2.000 Personen tun derzeit alles dafür, damit der Ausbau vorankommt‟, so Frimannslund.

Quelle: Bane NOR

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.