Ende letzten Jahres unterzeichneten Vertreter des Fehmarnbelt-Tunnels und des Brenner Basistunnels eine Kooperationsvereinbarung. Zum Auftakt der Zusammenarbeit informierte sich in der vergangen Woche eine Delegation von Femern A/S beim Bauherren des Brenner Basistunnels, der BBT SE.

Die ersten Machbarkeitsstudien für einen Eisenbahntunnel unter dem Brennerpass gehen auf das Jahr 1989 zurück. Gut 20 Jahre später begann 2011 der Bau. Vor dem ersten Spatenstich gab es unterschiedliche Bedenken in der Bevölkerung. Deswegen spielte der Bürgerdialog für den Vorhabenträger BBT SE eine große Rolle.

„Die Erfahrungen von BBT SE in der Planung des Brenner Basistunnels sind hochinteressant. Viele dieser Probleme kennen wir auch von den Planungen für den Fehmarnbelt-Tunnel. Egal ob die Bauarbeiten unter Wasser oder im Gebirge stattfinden, sind viele der Herausforderungen, mit denen sich Bauherren bei grenzüberschreitenden Großprojekten befassen müssen, ähnlich", resümiert Frederik Fisker, Chef des Sekretariats von Femern A/S.

Zahlreiche lokale Bürgerinitiativen hatten vor dem Start Bedenken gegen den Bau des Brennerbasistunnels geäußert, da sie u. a. Umwelt-, Lärm- und Verkehrsbelastungen fürchteten.

„Wir wurden darin bestätigt, dass der Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort eine zentrale Rolle bei der Verwirklichung von Großprojekten einnimmt. Das konnten wir in Dänemark auch während der Bauarbeiten am Großen Belt und am Öresund beobachten. Deswegen haben wir nach Verabschiedung des Staatsvertrags zwischen Deutschland und Dänemark im Jahr 2008 über den Bau eines Fehmarnbelt-Tunnels zwei Infozentren in Burg auf Fehmarn und Rødbyhavn auf Lolland eingerichtet. Seitdem haben wir Hunderte von Bürgerversammlungen in beiden Ländern abgehalten", erklärt Jens Villemoes, Pressesprecher von Femern A/S in Kopenhagen.

BBT SE, der Bauherr des Brenner Basistunnels, hat Kinder und ältere Menschen zu sogenannten „Botschaftern" für das Projekt gemacht und damit große Erfolge erzielt. „Die Einbindung von Kindern und Jugendlichen hat bei der BBT SE auch eine positive Wirkung auf Erwachsene gehabt. Wir stellen deswegen Kinder und Jugendliche bei der Kommunikation des Fehmarnbelt-Tunnels oft in den Mittelpunkt. Unsere Hüpfburg in Tunnelform ist zum Beispiel eine hervorragende Möglichkeit, sowohl mit Kindern als auch ihren Eltern ins Gespräch zu kommen", fährt Villemoes fort.

Ein weiterer wichtiger Kooperationspartner für die BBT SE waren Ausbildungseinrichtungen. „Großprojekte bieten neue Möglichkeiten für die Ausbildung kommender Generationen. Mit Blick auf den Fehmarnbelt-Tunnel treten bereits heute viele Schulen, Gymnasien und Universitäten an uns heran, um den Tunnel in Lehrpläne zu integrieren. Die Bauunter-nehmen werden außerdem dazu verpflichtet, Lehrstellen zu schaffen und Lehrlinge ausbilden", erläutert Villemoes abschließend.

Hintergrund

Der Fehmarnbelt-Tunnel zwischen Deutschland und Dänemark und der Brenner Basistunnel zwischen Österreich und Italien zählen zu Europas größten Verkehrsprojekten. Beide spielen eine zentrale Rolle im transeuropäischen Verkehrsnetz.

Die Feste Fehmarnbeltquerung wird als ein 18 Kilometer langer Absenktunnel zwischen Rødbyhavn auf Lolland und Puttgarden auf Fehmarn gebaut. Der Fehmarnbelt-Tunnel wird der längste Absenktunnel der Welt und der längste Tunnel für sowohl Fahrzeuge als auch Züge. Der Tunnel besteht aus einer vierstreifigen Autobahn und einer zweigleisigen, elektrifizierten Bahnstrecke. Teil des Fehmarnbeltprojekts ist auch die Modernisierung der Bahnstrecke von Ringsted nach Rødby in Dänemark und von Puttgarden nach Lübeck auf deutscher Seite.

Der Brenner Basistunnel ist ein 64 Kilometer langer zweigleisiger Eisenbahntunnel unter dem Brennerpass zwischen Österreich und Italien. Der Brenner Basistunnel wird der längste unterirdische Eisenbahntunnel der Welt. Die Strecke liegt zwischen Innsbruck in Österreich und Fortezza in Italien und erstattet die existierende Eisenbahnstrecke.

Quelle: Femern A/S
Bild: Femerns A/S

 

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