Erst am 17. November hatte das schwedische Gleisbauunternehmen Infranord nach einem Widerspruchsverfahren gegen die Vergabe an ein portugiesisch-spanisches Konsortium den Zuschlag für die BEST-Arbeiten im Rahmen des Megaprojekts Västlänken erhalten. Nun wurde erneut Klage gegen die Entscheidung eingereicht. Damit droht eine Wiederholung des Verfahrens.

Keine Ruhe im Västlänken-Projekt. Im September hatte ein internationales Konsortium aus Steconfer und OHL Sverige den Zuschlag für den Bau und die Installation von Gleisen, Signal-, Telekommunikations- und Stromversorgungsanlagen erhalten. Dann hatte OHL mitgeteilt, die spanische Tochter OHL SA werde den Auftrag ausführen. Doch dieses Unternehmen soll in Spanien wegen Kartellbildung zu hohen Strafen verurteilt worden sein. OHL und auch der Zweitplatzierte Axvi erfüllten laut dem Drittplatzierten Infranord nicht die Bedingungen für die Vergabe. Auch Axvi hatte gegen den Zuschlag Widerspruch eingelegt.

Vergabe an Infranord im November

Das Verwaltungsgericht Falun stimmte der Argumentation von Infranord zu. Und am 17. November verkündete Infranord, den Zuschlag für das Projekt erhalten zu haben.

Gleisbau und Installation von Signalen, Telekommunikation und Strom im Västlänken-Tunnel sollte Infranord ausführen. Bild: Arvid Karlsson

Doch nun hat OHL Sverige Widerspruch gegen diese Entscheidung eingelegt. Die Begründung: Es gebe Gründe dafür, das Angebot von Infranord ebenfalls zu verwerden. In diesem Fall müsste das Vergabeverfahren wiederholt werden. Die Mängel bestünden angeblich darin, dass Infranord die Anforderungen im Hinblick auf die technische und fachliche Kapazität nicht erfüllte, weder selbst noch durch Unterstützung durch ein anderes Unternehmen. Darüber hinaus wiesen die Vergabeunterlagen insgesamt erhebliche Mängel im Bezug auf die Transparenz der Anforderungen auf, das Vergabeverfahren sei deshalb zu wiederholen. Darüber entscheidet jetzt erneut das Verwaltungsgericht in Falun.

Das Västlänken-Projekt

Bei Västlänken handelt es sich um eine cirka 8 Kilometer lange doppelgleisige Bahnstrecke, davon 6 Kilometer mitten in der Göteborger Innenstadt. Die Arbeiten sollen im Frühjahr 2023 beginnen und 2026 fertiggestellt sein. Das Projektvolumen beträgt rund 1,1 Mrd. SEK (rund 100 Mio. EUR).

Quelle: Byggindustrin.se

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