Das skandinavische Umweltzeichen für Gebäude wird überarbeitet, vielleicht schon Ende des Jahres. „Wir verschärfen die bestehenden Anforderungen und legen auch welche für neue Bereiche fest‟, sagt Sofia Korpar Malmström von Svanemærket.

Seit 2006 ist es möglich, Gebäude mit einem Umweltzeichen zu versehen, aber erst in den letzten drei Jahren ist das Interesse an einer Teilnahme explodiert. So beschreibt es Stefan Björling, Business Area Manager for Housing and Renovation von Svanemærket. „Derzeit befinden sich rund 600 Projekte im Bau. Die Bauherren berichten, dass es einen großen Druck von Seiten der Verbraucher gibt, die mehr nachhaltigen Wohnraum wollen‟, sagt er. Der schwedische Wohnungsbaukonzern JM war das erste Unternehmen, das seine gesamte Wohnungsbauproduktion zertifizieren ließ, aber heute beteiligen sich praktisch alle Unternehmen daran, die in Eigenregie bauen.

Björling zufolge schließen sich Bauunternehmen dem Ecolabel unter anderem deshalb an, weil sie Hilfe und Anleitung benötigen, um gut bauen zu können. Und diejenigen, die bereits gut bauen, wollen das auch zeigen und beweisen können.

Verschärfung der Anforderungen

Mit der Aktualisierung der Kriterien werden die Anforderungen jedoch verschärft. Zu den neuen Schwerpunktbereichen gehören die Kreislaufwirtschaft, die biologische Vielfalt, die Ökosystemleistungen und die Einhaltung der EU-Taxonomie. Die Schwan-Kriterien werden etwa alle sieben Jahre überarbeitet, und der Konsultationsprozess für diese Runde wurde im Frühjahr abgeschlossen. Die Überarbeitung läuft bereits seit mehr als zwei Jahren. „Wir wollen bis Ende des Jahres alles vereinbart und fertig haben‟, sagt Stefan Björling.

Obligatorische Anforderungen

Bis Ende September 2024 wird man noch einen Antrag nach den derzeitigen Kriterien stellen, parallel zur Öffnung für eine Zertifizierung nach den neuen Kriterien. Sofia Korpar Malmström erklärt, was die Branche zu erwarten hat: „Es wird eine verbindliche Vorschrift zur Wiederverwendung von Baumaterialien eingeführt. Mindestens 25 Prozent des Bedarfs an einem ausgewählten Bauprodukt, einer Inneneinrichtung oder einem Material müssen aus wiederverwendeten Produkten bestehen. Beispiele hierfür sind Fassadenmaterialien, Türen, abgehängte Decken oder Außenbeleuchtung. Der Bauherr entscheidet, in welchem Bereich er die Wiederverwendung einsetzen möchte. Es ist eine Möglichkeit, den Recycling-Gedanken voranzutreiben. Die obligatorischen Anforderungen sind also bisher recht begrenzt, aber es ist auch möglich, Extrapunkte durch noch mehr Recycling zu erhalten. Außerdem benötigen wir Demontierbarkeit und Anpassungsfähigkeit.‟

Neu sind auch Punkte für diejenigen, die das Rücknahmesystem der Hersteller für ihre eigenen Materialien nutzen. „Ziel ist es, die Abfallmenge zu reduzieren und stattdessen Materialien zu erzeugen‟, so Korpar Malmström.

Reaktionen aus der Branche

Eine sehr grundlegende Änderung besteht darin, dass das Label an die EU-Taxonomie angepasst wird, vor allem an den ersten Teil des Gesetzes, der sich mit dem Klima befasst.

Auch die biologische Vielfalt und die Ökosystemleistungen werden ein wichtiges Thema sein: „Die Industrie ist es nicht gewohnt, in diesem Sinne zu denken, aber bestimmte Anforderungen in Bezug auf die biologische Vielfalt und die Ökosystemleistungen werden nun verpflichtend werden‟, sagt Sofia Korpar Malmström.

Auch die Anforderungen an die FSC- und PFC-Kennzeichnung von Holzprodukten werden verschärft. „In Zeiten wie diesen mit akuter Materialknappheit wird dies sicher schwierig. Außerdem wird es als mühsam empfunden, sich von gewohnten Materialien zu trennen und andere zu finden, die den Anforderungen entsprechen.‟

Sie fährt fort: „Wir bekommen immer eine Menge Feedback, wenn wir versuchen, über die gesetzlichen Bestimmungen hinauszugehen. Vor allem, wenn es um chemische Inhalte und unerwünschte Stoffe geht.‟

Quelle: Byggindustrin

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