Die norwegische Straßenverwaltung Statens Vegvesen teilt die Baulose für den Ausbau der E39 zwischen Ålesund und Molde auf und hofft, dass sich so mehr Teilnehmer für die Vergabeverfahren finden.

Der Projektleiter für die Querung des Romsdalsfjords Harald Inge Johnsen von Statens Vegvesen möchte die Projekte so gestalten, dass norwegische Expertise gute Chancen hat, sich bei den Verfahren durchzusetzen. „Wir unterteilen die Projekte in Pakete, die zum norwegischen Markt passen. Verträge in der Größenordnung von etwa drei Milliarden Kronen sind nach Aussagen der norwegischen Bauunternehmen gut hantierbar. Statt einen großen ausländischen Hauptauftragnehmer zu wählen, können wir dann mehrere Auftragnehmer nebeneinander arbeiten lassen. Das könnte dann zum Beispiel unterteilt sein in die Bereiche Stahlbau, Betonbau, Felsabtrag für die Hängebrücke etc. Gleichzeitig bedeutet das, dass wir die Detailprojektierung in Eigenregie durchführen wollen oder mithilfe von Beraterverträgen.‟

Er ergänzte jedoch, dass für einen möglichst breiten Wettbewerb natürlich auch ausländische Akteure willkommen seien.

Herausforderung Stahl

Nach Meinung des Projektleiters ist die größte Herausforderung für die norwegische Branche der Stahlteil der Hängebrücke. „Doch wir haben bereits die Werftbranche mit an Bord, drei lokale Akteure haben Interesse gezeigt‟, so Johnsen.

Die Hängebrücke über den Julsundet soll eine Hauptspannweite von 1625 Metern haben. Damit wäre sie die längste Hängebrücke Nordeuropas. Bisher beansprucht diesen Titel die Hardangerbrücke mit 1380 Metern Spannweite. Johnsen erklärt: „Die Hauptspannweite der Brücke über den Julsundet ähnelt der Storebæltbrücke in Dänemark, die 1624 Meter hat. Die weltweit längste Hängebrücke hat 2050 Meter.‟

Illustration der Brücke über den Julsund
Die Hängebrücke über den Julsundet. Bild: Rambøll/Statens Vegvesen)

Unterseeischer Tunnel

Auf der bisher bevorzugten Streckenführung, der sogenannten Møreachse, soll ein gut 14,5 km langer unterseeischer Tunnel die heutige Fährverbindung ersetzen. „Wir haben versucht, den Tunnel von ursprünglich 16 km zu optimieren. Er wird über zwei Röhren mit Fluchttunneln alle 250 Metern verfügen und eine maximale Steigung von 5 Prozent aufweisen. Die Tiefe liegt nach aktueller Planung bei 326 Metern, was schon sehr tief ist, aber nicht so tief wie der Rogfasttunnel mit 390 Metern‟, so Johnsen.

Nach Auskunft des Projektleiters sollen die Bauarbeiten 2023 beginnen. Die Kosten werden je nach gewähltem Straßenstandard zwischen 23 und 32 Mrd. NOK liegen.

Quelle: Tungt.no

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