In nicht allzu ferner Zukunft wird Schweden über 3000 Kilometer elektrische Straßen verfügen. So will es zumindest die Regierung, die kürzlich eine Studie über den rechtlichen Rahmen für den Ausbau vorgelegt hat.

Infrastrukturminister Tomas Eneroth. Bild: Kristian Pohl/Regeringskansliet

„Wir müssen die Umstellung des Verkehrssektors auf Strom beschleunigen, wenn wir unsere Klimaziele erreichen wollen“, sagt Infrastrukturminister Tomas Eneroth.

Derzeit sind zwei kleine Teststrecken mit elektrischen Straßen in Betrieb. Eine in Visby und eine in Lund. Aber das Ziel ist, dass Schweden in nicht allzu ferner Zukunft 3000 Kilometer an elektrischen Straßen hat. Infrastrukturminister Tomas Eneroth nahm die Ergebnisse der Studie kürzlich auf einer digitalen Pressekonferenz entgegen. Und er zeigte sich begeistert von den Investitionen in elektrische Straßen.

„Wir haben gute Erfahrungswerte mit den Tests, die auch international auf großes Interesse gestoßen sind. Schweden ist ganz vorne mit dabei, und wir sind führend in der Technologieentwicklung. Wir haben die Ressourcen und die Technologie, aber damit es praktisch durchführbar ist, brauchen wir einen funktionierenden Rechtsrahmen, und diese Untersuchung hat uns jetzt eine Grundlage dafür geliefert“, sagte er.

Studie zum Rechtsrahmen

Die Studie zu elektrifizierten Straßen wurde im vergangenen Jahr eingeleitet und von der Sonderbeauftragten der Regierung, Elisabeth Falemo, geleitet. Ziel war es, den rechtlichen Rahmen für den Bau und den Betrieb von elektrischen Straßen zu klären. Auf der Pressekonferenz stellte sie die Ergebnisse der Untersuchung vor und hob zunächst die vier wichtigsten Vorteile der neuen Technologie hervor: Die Größe der Batterien nimmt ab, ein Laden während der Fahrt ist möglich, die stationären Schnellladestationen werden entlastet und das Fahren auf anderen, nicht elektrifizierten Straßen ist möglich. Dies ist bei Zügen, die ansonsten eine umweltfreundliche Alternative darstellen, nicht möglich.

„Elektrifizierte Straßen können stationäre Schnellladestationen ergänzen und die Umstellung des Verkehrssektors zur Erreichung der Klimaziele beschleunigen. Bis 2030 werden sie vielleicht noch nicht so bedeutend sein, aber längerfristig könnten sie eine wichtige Option darstellen“, so Falemo.

Finanzierung durch Nutzungsgebühr

Eine weitere wichtige Aufgabe im Rahmen der Untersuchung war es, die Finanzierung des Ausbaus zu prüfen. Darin wird unter anderem eine Nutzungsgebühr vorgeschlagen, die von allen erhoben wird, die die elektrischen Straßen befahren. Diese sollen die erhöhten Betriebs- und Wartungskosten decken. Die Gebühr deckt auch den Stromverbrauch pro Kilowattstunde ab.

Falemo gibt zu Bedenken: „Man muss sich darüber im Klaren sein, dass sich die Finanzierung durch die Gebühren über einen längeren Zeitraum erstrecken muss. Anfangs wird es zu wenige Nutzer geben, um die Kosten zu decken.“

Schwedens erste permanente elektrifizierte Straße wird auf der E20 zwischen Hallsberg und Örebro gebaut. Bei der Festlegung der Prioritäten und der Wahl der Trasse wurde eine Reihe von Kriterien berücksichtigt, wie z. B. die Beschaffenheit der Straße, das Verkehrsaufkommen, die Transportmodalitäten, die natürliche und kulturelle Umgebung der Umgebung, die Möglichkeit der Stromversorgung und die nationalen Interessen der Streitkräfte. Die Planungs- und Bauarbeiten sollen dann bereits im Jahr 2025 abgeschlossen sein, damit der Verkehr auf Schwedens erster elektrischer Straße rollen kann.

„Es handelt sich um ein Pionierprojekt, und wir wissen nicht wirklich, wohin es führen wird. Die elektrifizierten Straßen sind Teil der Infrastrukturinvestitionen, die wir für insgesamt 900 Milliarden SEK planen“, sagt Tomas Eneroth.

Quelle: Byggvärlden

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