Bild: Ninni Andersson/Regeringskansliet

Der Wohnungsbau in Schweden geht zurück. Deshalb hat die schwedische Regierung die Branche jetzt zu einem Gespräch eingeladen, um eine Trendwende einzuleiten.

Die Bevölkerung wächst, doch der Wohnungsbau geht zurück. Die schwedische Regierung ist beunruhigt über diese Entwicklung und hat daher die Branche zu einem fünf Stunden dauernden Gespräch eingeladen, das Ministerpräsident Stefan Löfven leitete. Außer ihm waren die Minister Per Bolund, Eva Nordmark und Matilda Ernkrans sowie 20 Vertreter der Baubranche anwesend. Der Fokus lag auf der Versorgung mit Wohnraum sowie auf Klimaherausforderungen.

Einer der Teilnehmer, Gunnar Hagman von Skanska Schweden, sagte: „Ich hatte ein sehr positives Gefühl beim gestrigen Gespräch mit dem Ministerpräsidenten und den übrigen Ministern. Alle waren sehr engagiert und wollten eine Veränderung herbeiführen. Das macht Hoffnung, dass wir in diese Legislaturperiode Dinge bewegen können.‟

Skanska wies bei dem Gespräch außerdem auf die Notwendigkeit hin, den Wohnungsmarkt flexibler zu gestalten und gleichzeitig die Nachfrage nach Wohnraum mit Umweltzertifizierung zu stimulieren.

Wohnungsbau muss flexibler werden

Alle Teilnehmer erhielten drei Minuten lang die Möglichkeit, ihr Bild der Situation in der Branche darzustellen. Göran Linder, Leiter des Geschäftsbereichs Geschäftsentwicklung bei Peab, führt an, das absolut Wichtigste für eine langfristig nachhaltige und stabile Produktion von Wohnraum seien weitsichtige Spielregeln und die Grundstückspreise der Kommunen. Als Vorbild nannte er Finnland, wo dies seiner Ansicht nach gelungen sei und ein stabiler Markt herrsche, der regelmäßig neuen Wohnraum liefert.

Andere Teilnehmer forderten einen stärkeren Fokus auf Typenhäuser statt individueller Projekte sowie Vereinfachungen der Vorschriften und Vergabeverfahren, um den Wohnungsbau anzukurbeln.

Alle müssen an einem Strang ziehen

Tanja Rasmusson, die wirtschaftspolitische Leiterin des Branchenverbands Byggföretagen, nahm gemeinsam mit einigen Mitgliedern des Verbands teil. Sie griff unter anderem Beispiele für die Problematik auf, wenn verschiedene Politikbereiche und Behörden nicht am gleichen Strang ziehen. „Wir sind uns einig darüber, dass wir den Klimaeinfluss reduzieren, eine zirkuläre Wirtschaft schaffen, den Verkehrssektor umstellen und CO2-Emissionen reduzieren müssen. Gleichzeitig darf Felsgestein vom Bau der neuen U-Bahn in Stockholm nicht bei anderen Bauprojekten wiederverwendet werden, weil man es nicht als Naturmaterial betrachtet, sondern als Abfall‟, so Rasmusson.

So werde die neue U-Bahn-Strecke 23 Mrd. Kronen teurer als geplant, und Millionen Schwerlast-Lkw müssten zur Deponie fahren. Sie forderte daher die Beschleunigung eines Regelwerks, dass die zirkuläre Verwendung von Naturmaterialien im Bau zulässt.

Weiter sagte sie: „Interessant wird nun zu sehen, wie es nach dem Gespräch weitergeht. Der Ministerpräsident hat angekündigt, die Gespräche gerne fortsetzen zu wollen. Aber Gespräche müssen zu konkreten Reformen führen. Ich würde gerne sehen, dass der nächste Schritt ist, dass auch die Opposition zu Gesprächen eingeladen wird, denn erst dann werden wir wirklich vorankommen.‟

Quelle: Byggindustrin

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.