Fehler, Mängel und Schäden im Bausektor kosten jedes Jahr mehr als 50 Mrd. SEK. Dies hat eine Untersuchung ergeben, die die schwedische Wohnungsbaubehörde Boverket im Auftrag der Regierung durchgeführt hat. Dabei führen Wasser- und Feuchtigkeitsprobleme die Liste der Mängel an. Als Ursache für die Probleme werden unter anderem Zeitmangel und fehlende Kompetenz angeführt.

2017 beauftragte die schwedische Regierung Boverket, Bauschäden – einschließlich systematischer Baufehler und erheblicher Qualitätsmängel – bei Neubauten oder Sanierungen von Bauwerken zu untersuchen. Damit sollte festgestellt werden, welche Bauschäden wo vorkommen und welche finanziellen Auswirkungen diese auf die Immobilien und die Gesellschaft haben.

Boverket schätzt, dass die Kosten für die Immobilien für Fehler, Mängel und Schäden im Bausektor jährlich mindestens 50 Mrd. SEK (ca. 4,88 Mrd. EUR) betragen, vermutlich eher noch mehr.

Die Untersuchung ergab, dass vor allem Wasser- und Feuchtigkeitsschäden die Problemliste anführen. Ein häufiges Problem seien undichte Klimaschalen der Gebäude, sodass diese nicht hinreichend vor eindringendem Wasser geschützt seien. Außerdem komme es häufig vor, dass Wasser über Rohre ausläuft. Nach Angaben der Versicherungsbranche ist die Schadensfrequenz in Küchen in etwas genauso hoch wie in Feuchträumen.

Boverket stellt in der Untersuchung fest, dass durch Wasser und Feuchtigkeit verursachte Schäden nicht zurückgegangen sind. Es gibt jedoch Akteure, die systematische Maßnahmen ergriffen haben, um die Probleme zu reduzieren. Diese hätten nach eigenen Angaben gute Ergebnisse erzielt.

Zeit- und Kompetenzmangel als Ursachen

Die Behörde hat auch die Ursachen für die Problematik untersucht. Es zeigt sich, dass Zeitmangel und fehlende Kompetenzen oder Ressourcen innerhalb der Unternehmen die vorherrschenden Ursachen sind. Dies gilt sowohl für die Planungs- und Projektierungsphase als auch für die Produktion selbst.

Auch ein Kompetenzmangel bei Bauherren wird als Ursache dafür angegeben, dass Fehler, Mängel und Schäden entstehen. Der Bauherr habe in seiner Eigenschaft als Auftraggeber alle Möglichkeiten, um gute Voraussetzungen für ein fehlerfreies Produkt zu schaffen. Daher sollten die Kompetenzen der Bauherren gestärkt werden.

Darüber hinaus wird von einigen Teilnehmern an der Untersuchung fehlende Motivation vor allem seitens der an der Produktion beteiligten Bauunternehmen angeführt. Die Auslegung von Gesetzen und Vorschriften dagegen sei keine Ursache, die sich entscheidend auf die Bauqualität auswirke. Das aktuelle Kontrollsystem sei jedoch mangelhaft, so Boverket. Vor allem Eigenkontrollen nach dem Planungs- und Baugesetz seien wirkungslos.

Insgesamt kommt die Untersuchung zu dem Schluss, dass die Verantwortung dafür, diese Probleme zu bewältigen, in der Hand aller beteiligten Akteure liege. Der Staat könne durch die Veränderung von Vorschriften und Investitionen in Wissensverbreitung seinen Teil dazu beitragen.

Die Regierung hat Boverket nun mit einer weiteren Aufgabe betraut: In den Jahren 2018-2021 solle sie die Arbeiten verstärken, damit neue und vorhandene Gebäude sicher werden und über ein gutes Innenraumklima verfügen.

Quelle: Byggvärlden

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