Forschungsprojekt soll Ortbeton effektiver machen

Vorfabrizierte Betonelemente oder Ortbeton-Lösungen – die Baubranche und die Berater scheinen hier keine eindeutige Präferenz zu haben. Jetzt sollen die beiden Alternativen gründlicher erforscht werden, um die Wettbewerbsfähigkeit der Ortbeton-Lösungen zu steigern. Der dänische Forschungsrat hat 9,2 Mio. NOK (ca. 1 Mio. EUR) für das Projekt „Site-Cast“ zur Verfügung gestellt, das in diesem Sommer starten und bis 2022 laufen soll.

Forschungsleiterin Gunrid Kjellmark bei Sintef Byggforsk erklärte, das Projekt konzentriere sich auf eine „verbesserte Wettbewerbsfähigkeit für Ortbeton-Konstruktionen“. Das Hauptziel sei, Lösungen und Arbeitsverfahren zu entwickeln, bei denen Betonkonstruktionen auf der Baustelle ausgeführt würden. Die Hoffnung sei, dass das Projekt zu einer Zeitersparnis von 30 Prozent und Senkung der Kosten für Ortbeton-Lösungen um 15 % führe.

Das Projekt soll Herausforderungen wie Koordination, Interaktion und Materialien lösen, es geht also um Verschalung, Armierung und Betonqualitäten. Andere Themen sollen aber auch die Projektierung und Planung sein, um das Ziel eines geringeren Zeitaufwands zu erreichen und einen Mehrwert durch den Einsatz von Ortbeton zu erzielen.

Bild: Fotolia/Kara

Auf seiner Internetseite schreibt der norwegische Forschungsrat, das Gießen von Betonkonstruktionen vor Ort auf der Baustelle habe zahlreiche Vorteile gegenüber vorfabrizierten Betonelementen, die als größere „Bauklötze“ aus Beton auf der Baustelle montiert werden. So sei es bei Ortbeton möglich, den vorhandenen Platz effektiver zu nutzen, es sei eine geringere Bauhöhe notwendig, und der Transport auf der Straße würde reduziert. Nachteilig würden sich dagegen eine etwas längere Bauzeit auswirken, weshalb häufig auf fertige Betonelemente zurückgegriffen werden.

Der Forschungsrat drückte sein Bedauern aus, dass der Innovationsgrad und die Produktivitätsentwicklung im Hoch- und Tiefbau über lange Zeit sehr gering war. Eine der Ursachen seien fragmentierte Wertschöpfungsketten und Suboptimierung. Jeder Akteur sei ausschließlich darauf bedacht, seinen eigenen Prozess zu optimieren, als das Gesamtprojekt im Blick zu haben.

An dem Projek Site-Cast beteiligen sich unter anderem Norwegens führendes Unternehmen im Bereich Armierung Celsa Steel Service, PERI (Verschalungs- und Gerüstlösungen), Unicon (Fertigbeton), Veidekke (Bauunternehmen) und ÅF Engineering (Beratung/Projektierung).  SINTEF Byggforsk und SINTEF Manufacturing agieren als Partner im Bereich Forschung und Entwicklung.

Quelle: tu.no

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