Ohne Bezuschussung durch die EU wird Finanzierung der Festen Fehmarnbelt-Querung schwierig. Das jedenfalls ist die Ansicht der Linken in Dänemark, die für das Projekt ein Sicherheitsventil fordern.

Der verkehrpolitische Wortführer der Linken, Kristian Pihl Lorentzen, es habe die Koalitionspartner unangenehm überrascht, dass das Projekt deutlich teurer wird als erwartet, und er fordere jetzt, dass alle Zahlen auf den Tisch kommen, bevor die Regierung im Herbst endgültig entscheidet, ob das Projekt durchgeführt wird.

„Wir ärgern uns natürlich über die sehr hohen Baukosten, die jetzt offenbar geworden sind. Die Kosten für den Bau dieser Verbindung von Küste zu Küste werden 9 Mrd. DKK (1,2 Mrd. EUR) höher sein, als wir kalkuliert hatten. Daher haben wir veranlasst, dass die Kosten gesenkt werden müssen. Es gibt verschiedene Faktoren, an denen wir Einstellmöglichkeiten haben. Wir können z.B. die Bauzeit verlängern, was weniger Kapazitäten in der Fabrik, die die Tunnel-Elemente gießen wird, erfordern wird. Darüber hinaus beantragen wir bei der EU Bezuschussung und warten die Entscheidung ab. Liegen all diese Informationen vor, können wir im Herbst 2015 entscheiden, ob wir den Start-Knopf drücken oder nicht‟, so Pihl Lorentzen.

Er ist jedoch auch der Meinung, es sei zu heftig zu sagen, die gesamte Fehmarnbelt-Querung sei in Gefahr. Aber er betonte, dass man mit der Zustimmung warten, bis es einen vollständigen Überblick über die Finanzierung gebe.

Alles startklar machen

„Stimmt die EU wider Erwarten einer Bezuschussung von 18 Prozent der Gesamt Baukosten nicht zu, ist das Projekt ernsthaft bedroht. Denn dann wird die Finanzierung ein Kraftakt. Aber alles deutet darauf hin, dass das Projekt in der EU priorisiert wird, da es grenzüberschreitend ist. Wenn man die Europakarte betrachtet, ist der Bau sehr sinnvoll, daher bin ich optimistisch. Wir brauchen ein Sicherheitsventil, trotzdem wird das Genehmigungsverfahren jetzt eingeleitet. Das bedeutet nicht, dass das Projekt beginnt. Wir bereiten alles soweit vor, dass wir im Herbst loslegen können.‟

Keine Gelder von der Brücke über den Großen Belt

Von mehreren Seiten aus kam der Verdacht auf, letztlich würden die Nutzer der Brücke über den Großen Belt mit ihren Mautgebühren die Rechnung bezahlen, wenn die Finanzierung der Fehmarnbelt-Querung auf wackeligen Beinen steht. Aber das weist Pihl Lorentzen von sich.

„Es gibt keine Pläne, Gelder von der Querung über den Großen Belt der Fehmarnbelt-Querung zuzuschieben. Es handelt sich um eigenständige Gesellschaften mit wasserdichten Schotten dazwischen. Eine der Hauptbedingungen für die Feste Fehmarnbelt-Querung war immer schon, dass sie sich selbst durch Mautgebühren tragen muss. Es werden weder von der Brücke über den Großen Belt noch von der Öresund-Brücke Gelder dafür verwendet.‟
 

Quelle: Dagens Byggeri
Bild: Femern A/S

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