NCC ist bereits mitten in der Umsetzung. SWECO hat es getestet und ist begeistert, und VELUX geht davon aus, damit „enorm viel Zeit‟ zu sparen. Alle sind sich einig, dass vereinheitlichte, eindeutige Objektdaten der Weg in die Zukunft sind. Jetzt ist das erste gemeinsame digitale Datenwörterbuch der Branche – LeksiCON – einsatzbereit, zunächst in Form einer API.

Bild: Molio

LeksiCON soll eine gemeinsame digitale Sprache für die gesamte Wertschöpfungskette in der dänischen Bauindustrie liefern. Ziel ist es, der Bauindustrie einen strukturierten und klar definierten Ausgangspunkt für die Arbeit und den Austausch von konsistenten Daten zu bieten.

Dies hat zu einer API-basierten Lösung geführt, die der erste Schritt zu einem gemeinsamen digitalen Datenwörterbuch namens LeksiCON ist. Es handelt sich um ein Nachschlagewerk mit Eigenschaften von Gebäudekomponenten auf der Grundlage dänischer und internationaler Normen.

Für NCC ist es wichtig, das Vertrauen in die Daten, die innerhalb des Unternehmens ausgetauscht werden, durch die Verbreitung von LeksiCON zu erhöhen: „Wenn wir alle den vollen Nutzen aus der Digitalisierung ziehen wollen, über Fachgebiete, Lieferanten, Produkte und nationale Grenzen hinweg, müssen die Menschen in unserer Branche auf die Informationen vertrauen können‟, sagt Kristian Mouridsen, Digital Business Development Manager, NCC Denmark A/S, und führt weiter aus:

„Dazu gehört die Möglichkeit, Informationen zu verwalten und dabei sicher zu sein, was sie bedeuten – und wie valide sie sind. Es darf uns nicht mehr genügen, uns in einem projekt- oder unternehmensspezifischen Dialekt auszudrücken – um dann dann trotzdem anrufen und nachfragen zu müssen, was wirklich gemeint ist, oder in allen möglichen Dokumenten zu wühlen. Denn eine der Folgen davon ist, dass wir in der Branche ‘irgendetwas’ annehmen und weitere Risikozuschläge auf den Preis aufschlagen. Und so bilden sich Aufschlag um Aufschlag durch die gesamte Lieferkette – bis zum Kunden.‟

Herausforderungen beim Datenaustausch

SWECO war eines der Testunternehmen auf diesem Weg und hat die API technisch getestet – wenn auch in einem Stadium, in dem der Inhalt noch begrenzt war. „Es ist uns gelungen, die mit den einzelnen Gebäudeteilen verbundenen Eigenschaften abzurufen. Und obwohl die API bisher nur ein begrenztes Volumen hat, halten wir die Grundidee und das Konzept für gut‟, sagt Mads Carlsen, Leiter Digital Innovation bei SWECO. Er erläutert: „Wie viele andere in der Branche hatten auch wir Probleme mit dem Datenaustausch. Wir haben schon lange vor, unsere Modelle mit relevanten Eigenschaftsdaten bis hinunter auf die Ebene der Gebäudekomponenten anzureichern. Die Herausforderung besteht jedoch darin, dass wir, sobald wir anderen Daten zur Verfügung stellen möchten, nicht wirklich wissen, wie wir einen bestimmten Parameter nennen sollen, wie er definiert werden soll, wie er dargestellt werden soll und welche Werte und Einheiten erforderlich sind.‟

In der Folge musste Sweco eigene Parameter und Eigenschaften festlegen. Das funktionierte intern, führte aber bei der Zusammenarbeit mit anderen zu Problemen:

„In unserem internen Designprogramm mussten wir Eigenschaften definieren, doch wenn diese erst in unseren Modellen enthalten waren, gab es Probleme. Denn andere verwenden nicht unbedingt die gleichen Parameter und Eigenschaften oder bezeichnen sie auch anders.‟

Mads Carlsen zufolge spiegelt das die generelle Unsicherheit in der Branche im Hinblick auf die in einem Modell angegebenen Parameter wider. Sind sie vollständig? Kann man sich auf sie verlassen? Deshalb ist schon die Festlegung von eindeutigen Definitionen, die auf Normen basieren, ein Gewinn. Denn sie geben den Daten eine völlig neue Validität und Nutzbarkeit, egal, woher sie kommen.

„Für uns bedeutet das, dass wir bei unseren Lieferungen an Kunden und Partner eine bessere Qualität erreichen können‟, so Carlsen.

Erhebliche Zeitersparnis bei der Abschaffung manueller Prozesse

Bei VELUX überlässt man es den jeweiligen Geschäftsbereichen und Verkaufsgesellschaften, Informationen lokal und national zu liefern. Auf die Frage, inwiefern man von einer gemeinsamen digitalen Sprache profitieren würde, antwortete Martin Let Hansen, BIM Manager: „Manuelle Prozesse sind nicht nur zeitaufwendig und bergen ein Risiko für Fehler und Mängel. Ich denke auch an konsistente und flexible Daten und Produktinformationen/-deklarationen im Hinblick auf ISO/CEN-Normen, Publikationen, CE-Kennzeichnungen, Nachhaltigkeitsdaten usw. Und wenn Daten strukturiert ausgetauscht werden, könnten wir enorm viel Zeit bei der Abschaffung manueller Prozesse schaffen und Missverständnissen sowie fehlerhafter Kommunikation vorbeugen.‟

Quelle: Molio

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