Sie sind der Ansicht, die Arbeiten sollten ausgesetzt werden, denn sie befürchten eine Verengung des Öresunds. Daher wollen sie bei der EU klagen.

Der Bau der künstlichen Insel Lynetteholmen in Kopenhagen könnte für eine Verengung des Öresunds sorgen, die den Durchfluss des Wassers in die Ostsee einschränkt. Daher sei das Projekt zu stoppen. Dieser Ansicht sind 17 Organisationen, die gemeinsam bei der EU gegen den Bau klagen. Das schreibt die Vereinigung Klimabevægelsen i Danmark in einer Pressemeldung.

Illustration der künstlichen Insel Lynetteholm
Bild: By og Havn

Die 17 Organisationen verweisen darauf, dass selbst kleine Änderungen im Durchfluss das Meeresmilieu negativ beeinflussen können. „Aber die Zeit arbeitete gegen uns, da die Arbeiten an Phase 1 weiterlaufen. Wenn das Projekt jetzt nicht gestoppt wird, könnte es zu spät sein‟, befürchtet Frederik Sandby von Klimabevægelsen i Danmark.

Sogenannte Null-Lösung gefordert

Nach Ansicht der Vereinigungen sei es bisher in Dänemark und den anderen Ostseeanrainerstaaten Usus gewesen sicherzustellen, dass Bauprojekte die Durchflussmenge nicht einschränken. Das wird als Null-Lösung bezeichnet. Nun wollen die 17 Organisationen dies auch für Lynetteholmen sicherstellen. Sie verweisen auf eine Untersuchung des holländischen Unternehmens Deltares, die zu dem Schluss kommt, dass eine Einschränkung des Wasserdurchflusses um 0,5 Prozent möglich wäre.

Der Zusammenschluss möchte außerdem eine erneute Anhörung erreichen, an der alle Ostseeanrainer teilnehmen. Bis dahin soll das Projekt pausieren.

Wasserdurchfluss verursacht Umweltprobleme – zusätzlich zur Schlammentsorgung

Im Rahmen des Baus der Insel werden 2,5 Mio. Tonnen Schlamm ausgehoben. Anfang Juni wurde von politischer Seite in Dänemark entschieden, dass die Entsorgung von Schlamm in der Køge-Bucht gestoppt werden muss. Dies geschah vor allem aufgrund der Besorgnis auf schwedischer Seite vor möglichen Umweltschäden im Öresund.

Aber die Umweltauswirkungen des Schlamms seien „harmlos im Vergleich zu den Umweltauswirkungen des verringerten Salzwasserflusses‟. Das sagt Michael Løvendal Kruse, Vorsitzender des dänischen Naturschutzvereins in Stevns.

Die klagenden Verbände betonen, es sei gemäß Regularien der UN und der EU gefordert, dass alle Länder, auf die sich Bauprojekte auswirken könnten, angehört werden müssen. Dies müssen geschehen, wenn erhebliche grenzüberschreitende Auswirkungen „nicht mit Sicherheit ausgeschlossen‟ werden können.

„Die klagenden Organisationen sind der Ansicht, dass es bei diesem Projekt nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden kann, und fordern einen Baustopp, bis eine Anhörung aller Ostseeanrainer erfolgt ist und der dänische Staat eine Null-Lösung für das Projekt sichergestellt hat‟, so die Pressemeldung.

Lynetteholmen

Lynetteholmen ist eine künstliche Insel, die die Kopenhagener Stadtteile Nordhavn und Refshaleøen verbinden soll. Etwa 2070 soll sie fertig sein. Es ist das größte Bauprojekt seit der Anlage des Stadtteils Christianshavn etwa 1630. Die Gesamtkosten werden mit 20 Mrd. DKK veranschlagt.

Quelle: Building Supply

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