In Sachen Emissionsreduktion bei Asphalt liegt Norwegen an der Spitze. Die norwegische Straßenverwaltung Statens Vegvesen strebt an, die CO2-Emissionen von Asphalt bis 2030 um 70 Prozent zu reduzieren. Gleichzeitig ist das Ziel eine längere Lebensdauer des Asphalts.

Dabei will die Behörde ihre Marktmacht nutzen, um den Weg für Innovationen zu ebnen. Doch die Branche übertrifft bereits jetzt alle Erwartungen.

Asphaltiermaschine auf einer Straße in Norwegen
Der norwegische Asphalt soll noch grüner werden. Bild: Statens Vegvesen

„Das Ziel war, die Klimaemissionen in zehn Jahren zu halbieren, aber nach zwei Jahren haben wir bereits die Hälfte des Ziels erreicht. Die CO2-Emissionen von Asphalt werden sich bis 2030 voraussichtlich um 70 Prozent verringern‟, erklärt Statens Vegvesen in einer Pressemeldung. Optisch sei der neue Asphalt noch genauso schwarz wie früher, doch die Produktionsweise und die Inhaltsstoffe seien jetzt grüner.

Klima und Umwelt entscheiden ‒ nicht der Preis

Inzwischen stellt die Behörde strenge Klimaanforderungen an neue Asphaltverträge. „Früher war der niedrigste Preis das Zuteilungskriterium für die Verträge. Doch inzwischen stellen wir auch hohe Anforderungen an Klima und Umwelt‟, so Thor Asbjørn Lunaas, Teamleiter Asphalt bei Statens Vegvesen. Gegenwärtig würden die CO2-Emissionen bei der Zuteilung der meisten Verträge ebenfalls gewichtet.

Es habe bereits vier Pilotverträge gegeben, bei denen eine Kombination aus Lebensdauer des Asphalts, CO2-Emissionen und Preis darüber entschied, welcher Bieter die Vergabe für sich entschied.

Kriterien bei Produktion und Verarbeitung

Statens Vegvesen stellt Anforderungen an die fertige Asphaltschicht, während die Auftragnehmer selbst über die Art und Zusammensetzung entscheiden und darüber, welche Materialien sie einsetzen, um die bestmöglichen Eigenschaften zu erreichen. So wird um Beispiel Öl durch Biorohstoffe ausgetauscht, es werden klimaneutrale Energiequellen bei der Produktion verwendet, alter Asphalt wiederverwertet und Zuschläge aus der Region verarbeitet. Über die Abteilung Forschung und Entwicklung teste man neue Techniken und andere Rohstoffe.

„Die Auftragnehmer sind einer Änderung der Verträge gegenüber offen eingestellt‟, so Lunaas. Mit ihrem Wissen und ihrer Erfahrung setzen sie sich dafür ein, um den Verkehrsteilnehmern eine verschleißfeste und klimafreundliche Asphaltdecke zu bieten, zu einem wettbewerbsfähigen Preis.

Erfahrung aus Pilotverträgen

In vier der Verträge dieses Jahres ist eine Kombination aus der Lebensdauer, der CO2-Emission und dem Preis entscheidend dafür, wer die Vergabe gewinnt. So habe die Behörde beim sogenannten Østfoldsvertrag eine Erhöhung der Lebensdauer von 3,6 Jahren sowie eine CO2-Reduktion auf 36,7 Kilogramm pro Tonne Asphalt erreichen können. Beim Trøndelagsvertrag sind es 1,4 Jahre und 44,6 Kilogramm. Und auch bei den Pilotverträgen in Nord-Troms und Buskerud/Asker gibt es gute Ergebnisse.

„In den letzten zwei Jahren konnten wir die Emissionen um fast 25 Prozent reduzieren‟, sagt Lunaas. Insgesamt ergebe das eine Reduktion von 11.750.000 Kilogramm CO2.

Die Entwicklung geht weiter

Die guten Ergebnisse regen dazu an, die Latte beim Klima noch höher zu legen. Lunaas erklärt: „Statens Vegvesen arbeitet an der Entwicklung von Vertragsformen, die eine Entwicklung hin zu einer klimaneutralen Asphaltbranche anregen.‟

Derzeit sind 27 Verträge ausgeschrieben. Bei 20 davonn werden die CO2-Emissionen gewichtet.

Quelle: Statens Vegvesen

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