Der Anteil von Holz im dänischen Bauwesen ist seit 2020 um ein Fünftel gestiegen. Dies zeigt eine neue Messung des Verbandes Træ i Byggeriet. Der Verband begründet die Entwicklung mit einem gestiegenen Bewusstsein für die Klimavorteile von Holz.

Dachstuhl aus Holz

Die Verwendung von Holz im Bauwesen nimmt weiter zu. Nach dem Leistungsindikator wurden im vergangenen Jahr fast 1,7 Millionen Kubikmeter Holz verwendet. Im Jahr 2020 waren es fast 1,4 Millionen Kubikmeter, was einem Anstieg von etwa 20 % entspricht.

Betrachtet man jedoch den Anteil von Holz im Verhältnis zum Wachstum des Baugewerbes, so ist die Entwicklung bescheidener. Demnach ist der Anteil des Holzes am gesamten Bauwesen im vergangenen Jahr von 8 % auf 9 % gestiegen, während der Anteil des Holzes am Wohnungsbau weiterhin bei 11 % liegt.

„Der Bausektor bewegt sich langsam in die richtige Richtung. Und obwohl die gesamte Bautätigkeit, gemessen an den Baubeginnen, im Jahr 2021 stark anstieg, nahm auch der Anteil der Holzwerkstoffe zu. Aber auch das ist eine notwendige Entwicklung. Da die Bauindustrie für mehr als 30 % der gesamten CO2-Emissionen in Dänemark verantwortlich ist, muss sie ihren riesigen Fußabdruck reduzieren. Dabei stellt Holz ein äußerst wirksames Mittel zur Verringerung dieser Klimabelastung dar‟, erklärt der Leiter des Sekretariats von Træ i Byggeriert, Lauritz Rasmussen.

Forderung nach Ökobilanz eine positive Initiative

Lauritz Rasmussen sieht auch mehrere positive Initiativen zur Förderung des grünen Übergangs im dänischen Bauwesen, zum Beispiel die Forderung nach Ökobilanzen in den kommenden Bauvorschriften. „Im Jahr 2023 wird die Anforderung an die Klimawirkung von Gebäuden mit mehr als 1000 Quadratmetern Fläche maximal 12 Kilogramm CO2 pro Quadratmeter und Jahr betragen. Leider ist dies viel zu milde und wird die Wahl der Baumaterialien nur in begrenztem Maße nachhaltiger machen. Erst mit der schrittweisen Verschärfung der Anforderungen in den Jahren 2025 und 2027 werden wir Veränderungen sehen. Aber das ist unserer Meinung nach viel zu spät, vor allem, wenn wir bereits nachhaltige Baumaterialien in den Regalen haben. Hier sollte die öffentliche Hand ‒ sowohl der Staat als auch die Kommunen ‒ eine Vorreiterrolle übernehmen und nachhaltigeres Bauen anstreben, indem sie zum Beispiel bereits ab 2023 die freiwillige Klasse von 8 Kilo CO2 pro Quadratmeter und Jahr einhält‟, so Lauritz Rasmussen.

Grüne Steuerreform bringt Rabatte für die Falschen

Ein weiteres wichtiges Instrument für den grünen Wandel ist die kürzlich verabschiedete Steuerreform. Lauritz Rasmussen ist der Ansicht, dass die Ökosteuerreform zu einem Kompromiss geführt hat, bei dem die größten Umweltverschmutzer erhebliche Rabatte erhalten. „Wir können im Bauwesen nicht auf Beton verzichten, aber wir können den Verbrauch senken, indem wir z. B. tragende Strukturen, Fassaden, Dämmstoffe usw. durch nachhaltigere Materialien ersetzen. Es ist schade, dass wir keine wirkliche einheitliche CO2-Steuer anstreben, damit sich die Verschmutzung von Baumaterialien auch wirklich im Materialpreis niederschlägt. Das ist sozioökonomisch gesehen der günstigste Weg – und auch der klimafreundlichste. Schließlich muss und sollte es teurer sein, mit stark CO2-verschmutzenden Materialien zu bauen‟, sagt er. Und er fährt fort: „Die Emissionen der mineralverarbeitenden Industrie steigen leider weiter an. Daher wird es von entscheidender Bedeutung sein, dass die Regierung die angenommenen Reduktionsziele weiterverfolgt und die Steuern entsprechend anpasst, damit die vielen kleinen und mittleren Unternehmen dies nicht kompensieren müssen.‟

Überhöhte Anforderungen an Holzwerkstoffe

Während die Klimaauswirkungen von Baumaterialien in der Regel nachsichtig geregelt sind, sieht es in anderen Bereichen der Gesetzgebung ganz anders aus, findet Rasmussen. „Vor allem die Brandschutzbestimmungen sind eine der größten Herausforderungen für den Holzbau in Dänemark. Bei Betongebäuden kann man einfach eine bereits akzeptierte Lösung verwenden. Doch bei Holzgebäuden ist man größtenteils gezwungen, den gesamten Brandschutz von Grund auf neu zu dokumentieren. Und das macht die Verwendung von Holzwerkstoffen natürlich weniger attraktiv . Wir möchten daher, dass die Regierung die bereits genehmigten Lösungen für andere Baumaterialien genauer unter die Lupe nimmt und die Möglichkeiten prüft, ähnliche, bereits genehmigte Lösungen für Holzmaterialien zu entwickeln. So wie es jetzt ist, ist das Bauen mit Holz in der Regel schwerer und langsamer.‟

Quelle: Bygtek

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