In ganz Norwegen versuchen Unternehmen, Personal zu finden. Dieser Arbeitskräftemangel trifft unter anderem die Baubranche.

Die Norwegische Arbeits- und Wohlfahrtsbehörde NAV schätzt, dass mehr insgesamt als 700.000 Personen fehlen, mehr als 24.000 mehr als im gleichen Zeitraum im letzten Jahr. Der Arbeitskräftemangel sei höher als im Frühjahr vor der Pandemie.

Porträt Anniken Hauglien
Anniken Hauglie vom Branchenverband NHO. Bild: NHO

Wie die jährliche Untersuchung der NAV angibt, sei diese Entwicklung in ganz Norwegen und in vielen Sektoren zu spüren. „Es gibt in den Unternehmen einen enormen Personalbedarf in allen Berufsgruppen‟, erklärt Anniken Hauglie, stellvertretende Geschäftsführerin des Interessenverbandes NHO unter Verweis auf die Untersuchung der NAV. „Es gibt ein Missverhältnis zwischen dem Angebot und der Nachfrage nach Kompetenzen in Norwegen.‟

Druck auf Hoch- und Tiefbausektor

Den größten Fachkräftemangel hat der Gesundheits- und Pflegebereich zu verzeichnen. Doch direkt danach folge der Bausektor. NAV beschreibt eine deutliche Zunahme im letzten Jahr. Schätzungsweise 11.500 Personen fehlten im Frühjahr. Dabei ist vor allem die Nachfrage nach Zimmerern und Schreinern groß, daneben auch Betonarbeiter, Installateure und Monteure im Bereich Heizung, Klima und Sanitär. Nahezu jedes dritte Unternehmen meldet Probleme bei der Suche nach qualifizierten Bewerbern.

Darüberhinaus beschrieb die Behörde, dass nach dem Ausbruch des Kriegs in der Ukraine die Rohstoff-Preise erheblich angestiegen sein. Dies wirke sich auch auf die Unternehmen aus – mehr, als die Untersuchung, die im Spätwinter durchgeführt wurde, derzeit widerspiegelt.

Der Branchenverband NHO ist der Ansicht, die Probleme bei der Personalbeschaffung würden zeigen, dass das Ausbildungssystem nicht ausreichend Kompetenzen hervorbringt, die die Branchen benötigen. “Es ist für die zukünftige Wertschöpfung entscheidend, dass wir die Lücke bis 2030 um die Hälfte verkleinern‟, so Hauglie, und weiter: „Die Kompetenzlücke bedeutet in der Praxis ein Verlust an Kunden oder Marktanteilen, und Expansionspläne der Unternehmen werden aufgegeben oder verschoben.‟

Die Umfrage wurde zwischen 1. Februar und 21. März durchgeführt.

Quelle: Byggeindustrien Bygg.no

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