Die Entwicklung des Schienenverkehrs in den letzten 20 Jahren hat zu einem Kapazitätsengpass auf den Hauptstrecken Västra und Södra Stambanan geführt, der die verkehrsabhängige Wirtschaft in Schweden behindert. In seinem neuen Infrastrukturbericht „Build the Future‟ nennt das Logistikunternehmen Green Cargo drei dringende Maßnahmen, die für die Verbesserung der Güterverkehrskapazitäten auf dem bestehenden Schienennetz und damit für die Wettbewerbsfähigkeit der schwedischen Industrie entscheidend sind.

Bild: Pär Johan Wedell

In der diesjährigen Ausgabe des Berichts hebt Green Cargo die Erfordernisse hervor, die kurz- und langfristig als die kritischsten für den Geschäftsverkehr auf der Schiene angesehen werden. Der Bericht fordert eine Effektivisierung des Verkehrssektors durch eine Verlagerung von immer mehr Langstreckengütern von der Straße auf die Schiene. Dies verringere die Emissionen von Treibhausgasen, Feinstaub und Mikroplastik und trage zur Verbesserung der Verkehrssicherheit und zur Verringerung von Staus bei. Lkw würden dann nur noch Transportfahren auf kürzeren Strecken vornehmen, was sich ebenfalls positiv auswirkt, wenn der Straßenverkehr elektrifiziert wird und mehr Fahrer eingestellt werden können.

„Der Übergang der Industrie zu klimafreundlichen Wertschöpfungsketten vollzieht sich in rasantem Tempo, und der Bedarf der vom Transport abhängigen Wirtschaft an energieeffizienter und leistungsfähiger Logistik ist größer denn je. Aber wenn Schweden seine Klimaziele erreichen und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit seiner Industrie stärken will, muss die Bahn schnell handeln‟, sagt Ted Söderholm, CEO von Green Cargo.

Kurzfristig müssen die drei größten Engpässe im System beseitigt werden müssen: die Fertigstellung der doppelgleisigen Strecke Hallsberg-Mjölby und der viergleisigen Strecke Malmö-Hässleholm sowie der Bau der viergleisigen Strecke Alingsås-Olskroken.

Kapazitätsengpässe kosten Milliarden

Die heutigen Kapazitätsengpässe verursachten sowohl den Frachtunternehmen als auch den Frachteigentümern zusätzliche Kosten in Höhe von mehreren Milliarden Euro pro Jahr, so der Bericht. In den letzten zehn Jahren haben die geplanten Stillstände, die in erster Linie auf Kapazitätsengpässe zurückzuführen sind, Green Cargo fast 3 Milliarden schwedische Kronen gekostet. Für die gesamte Branche bedeutet dies zusätzliche Produktionskosten in Höhe von fast 5 Milliarden Kronen. Hinzu kämen zusätzliche Kosten in Form von längeren Vorlaufzeiten, geringerer Produktivität und schwächerer Wettbewerbsfähigkeit. Kapazitätsengpässe hätten schwerwiegende wirtschaftliche und soziale Folgen.

„Mit jedem Tag, an dem diese Engpässe nicht behoben werden, dreht sich das Taxameter für die schwedische Wirtschaft schneller. Engpässe in West- und Südschweden bedeuten auch Engpässe für Nordschweden. Die rasche Beseitigung dieser Kapazitätsengpässe würde dem ganzen Land enorme wirtschaftliche Vorteile bringen‟, so Söderholm.

In dem Bericht wird auch auf die Notwendigkeit hingewiesen, die Güterbahnhöfe für längere Züge anzupassen und die Strecke nach Norrbotnia so weit wie möglich zweigleisig auszubauen. Der Bedarf an Redundanz für den Schienenverkehr über den Öresund ist ein weiteres wichtiges Thema, das dringend angegangen werden muss. Green Cargo schätzt, dass die Stahlexporte auf der Schiene zunehmen werden, wenn die Produktion ohne fossile Brennstoffe auskommt.

Dies wird den langfristigen Kapazitätsbedarf auf dem schwedischen Teil des ScanMed-Korridors zusammen mit dem zunehmenden Schienenverkehr über die Fehmarnbelt-Querung zusätzlich unter Druck setzen.

Quelle: Dagens Infrastruktur


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