Die norwegische Straßenadministration Statens Vegvesen will vier Straßenbauprojekte in Pilotprojekten als fossifreie Baustellen durchführen.

Die Verkehrsbehörden in Norwegen arbeiten alle auf das Ziel hin, dass Norwegen bis 2050 eine Niedrigemissionsgesellschaft wird. Das Verkehrsministerium hat als Maßnahme im Rahmen des „Handlungsplans für fossilfreie Baustellen im Verkehrssektor‟ die Verkehrsbehörden und das staatliche Unternehmen Nye Veier AS um Vorschläge für Pilotprojekte gebeten. Damit sollen sich kurz- und mittelfristig Lösungen für fossil- und emissionsfreie Baustellen schneller vorantreiben lassen. Für die Pilotprojekte stellt die Regierung in den ersten sechs Jahren des aktuellen National Transport Plan (NTP) jährlich 75 Mio. NOK (etwa 7,5 Mio. EUR) zur Verfügung.

Jetzt hat Statens Vegvesen vier Straßenbauprojekte vorgeschlagen, bei denen verschiedene fossilfreie Lösungen und Technologien erprobt werden sollen.

Pläne in die Tat umsetzen

„Wir haben mit allen Abteilungen gemeinsam einen Plan erarbeitet‟, erklärte Gina Ytteborg, bei Statens Vegvesen für HSE und Nachhaltigkeit zuständig. Vertreter aus den Bereichen Ausbau, Betrieb und Instandhaltung, Verkehr und Gesellschaft sowie HR/HSE hätten sich bei der Planung mit dem Verkehrsministerium zusammengesetzt. Dabei wurden fFolgende vier Projekte als Pilotprojekte für Baustellen mit emissionsfreien Baumaschinen ausgewählt:

  • E18/E39 Gartnerløkka‒Kolsdalen in Kristiansan: Erprobung von emissionsfreie Maschinen (Ausschreibung im April)
  • E39 Betna‒Stormyra – Baulos Betna‒Hestnes: Zerkleinerung von Gesteinsmassen mit elektrisch betriebenem Gerät, sowie Zuschläge für Maschinen, die emissionsfrei Gestein verladen und die Brechanlagen beladen (voraussichtlicher Vertragsschluss Oktober 2021)
  • ÖPP Hålogalandsvegen: Vergabeprozess mit Präqualifikation und Verhandlungen vor der endgültigen Vergabe (2021-2023)
  • E8 Sørbotn‒Laukslett: emissionsfreie Maschinen als Anforderung, gefordert werden bis zu 80 % (geplante Ausschreibung 2021/2022)

„Bei diesen Ausschreibungen fordern wir von den externen Auftragnehmern, sich unseren Anforderungen nach fossilfreien Baustellen zu verpflichten. Zusätzlich hat der Bereich Betrieb und Instandhaltung begonnen, die Erprobung von Fahrzeugen, Maschinen und Geräten mit Null-Emissions-Technologie bei diversen Betriebs- und Instandhaltungsverträgen vorzubereiten. Dadurch soll eine möglichst breite, vielfältige Erprobung erfolgen‟, erläuterte Ytteborg.

Nahaufnahme einer elektrisch betriebenen Baumaschine
Bild: Ellinor Hansen/Statens Vegvesen.

Fossilfreien Baustellen

Im Bericht „Handlungsplan für fossilfreie Baustellen im Verkehrssektor‟ werden fossile Baustellen folgendermaßen definiert: „Eine fossilfreie Baustelle beinhaltet die Verwendung fossilfreier Lösungen anstelle des Einsatzes von fossilen Kraftstoffen (hauptsächlich Diesel). Neben dem Einsatz batteriebetriebener, an das Stromnetz angeschlossener oder wasserstoffbetriebener Maschinen sind auch biobasierte Brennstoffe wie Pellets, Biodiesel und Biogas zu verwenden. Die Kraftstoffproduktion, Maschinenproduktion, Maschinenwartung usw. fällt nicht unter den Begriff fossilfreie Baustelle.‟

Bis 2030 will man nicht-quotenpflichtige Klimagas-Emissionen um mindestens 50 Prozent im Vergleich zu 2005 reduzieren. Ein wichtiger Baustein dabei sind Klima- und Umweltanforderungen bei öffentlichen Anschaffungen im Bausektor.

Quelle: Anlegg og Transport

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