Im neuen Infrastrukturplan der dänischen Regierung sind viele Gelder für neue Autobahnen eingeplant. Aber auch der Kollektivverkehr wurde bedacht. Eine Reihe von prominenten Projekten hat es dagegen nicht in den Plan geschafft.

Noch kurz vor dem Ende ihrer Amtszeit hatte die letzte Regierung unter Lars Løkke Rasmussen eine Flut von großen und kleinen Bauprojekten im ganzen Land auf den Weg gebracht. Dazu gehörte auch ein großer Deal mit der Dänischen Volkspartei für neue Autobahnen, Züge und Brücken im Wert von 112 Mrd. DKK. Pläne, der in dem Moment ad acta gelegt wurde, als die Sozialdemokraten an die Macht kamen.

Doch das Problem mit Staus und maroden Straßen ist geblieben. Daher wurden jetzt der große Infrastrukturplan wieder hervorgeholt und modifiziert, um die dänische Infrastruktur und damit den Zusammenhalt der dänischen Gesellschaft zu stärken.

Mehr Balance zwischen Stadt und Land

Das Ziel des Infrastrukturplans „Danmark Fremad‟ ist es, das Land besser zu vernetzen. Dafür sind 106 Mrd. DKK (rund 14,25 Mrd. EUR) vorgesehen. „Egal, ob man auf dem Land oder in der Stadt wohnt, man muss sich dort bewegen können‟, erklärte Verkehrsminister Benny Engelbrecht auf der Pressekonferenz, als er gemeinsam mit Finanzminister Nicolai Wammen und dem Innenminister und Minister für Wohnen Kaare Dybvad Bek den Plan vorstellte.

Sie betonten die Notwendigkeit einer Infrastruktur, die ein besseres Gleichgewicht zwischen städtischen und ländlichen Gebieten schafft, mit einem Schwerpunkt auf dezentraler sozialer Entwicklung – und gleichzeitig einen Beitrag zum grünen Wandel leistet.

Hier landen die Straßen-Milliarden

Die Regierung hat eine große Anzahl von Projekten zur Umsetzung vorgeschlagen. Insbesondere wird das bestehende Straßennetz mit neuen Autobahnen und dem Ausbau bestehender, seit Jahren stark überlasteter Schlüsselrouten erweitert ‒ hier eine Übersicht über einige der Projekte:

  • Neue dritte Limfjord-Verbindung mit 20 km Autobahn, Tunnel und Brücke westlich von Aalborg, ca. 7 Mrd. DKK.
  • Neuer Tunnel unter dem Marselis Boulevard in Aarhus, um einen direkten Zugang zwischen der E45 und dem Hafen von Aarhus zu schaffen, ca. 2,7 Mrd. DKK.
  • Neue Autobahn zwischen Regstrup und Kalundborg, zur Fertigstellung der Autobahn von Kopenhagen nach Kalundborg, 1,9 Mrd. DKK.
  • Verbreiterung der E45 zwischen Aarhus S und Aarhus N sowie zwischen Vejle und Skanderborg S, 6,5 Mrd. DKK.
  • Ausbau der E20 Fünen-Autobahn südlich von Odense bis Odense V, 1,1 Mrd. DKK.
  • Verbreiterung der Autobahn zwischen Allerød und Hillerød, 900 Mio. DKK.
  • Verbreiterung der Autobahn Hillerød zwischen dem Motorring 3 am Autobahnkreuz Gladsaxe und dem Ring 4 bei Bagsværd, 400 Mio. DKK.
  • Machbarkeitsstudie für eine feste Verbindung zwischen Als und Fyn.
  • Machbarkeitsstudie für eine Autobahn auf der Route 26 zwischen der E45 bei Aarhus und Søbyvad

40 Mrd. DKK für den Kollektivverkehr

Etwas weniger als die Hälfte der Investitionen sollen in die Bahn fließen. Bild: Banedanmark.

40 Milliarden DKK werden für den Kollektivverkehr bereitgestellt, darunter für neue elektrische Züge, billigere Fahrkarten und die Renovierung der Bahnhöfe des Landes in Höhe von 250 Millionen DKK. Aber auch der öffentliche Nahverkehr in der Metropolregion Kopenhagen soll angedacht werden. Dazu gehört auch die Schaffung neuer Verkehrsknotenpunkte, um den öffentlichen Nahverkehr effizienter zu verteilen.

Keine Kattegat-Querung oder neue mitteljütländische Autobahn

Eine Reihe prominenter Projekte, die in den letzten Jahren oft Gegenstand von Verkehrsdebatten waren, wurden nicht in die Pläne aufgenommen. Eine Kattegat-Querung war nicht vorgesehen, ebenso wenig wie ein neuer Ring 5 um Kopenhagen, um den Verkehr westlich von Kopenhagen bis nach Helsingør zu leiten. Oder eine östliche Ringstraße um Kopenhagen.

Auch eine neue von Norden nach Süden durch Mitteljütland verlaufende Autobahn durch Billund zur Entlastung der E45 ist nicht vorgesehen.

Die Verhandlungen über den Infrastrukturplan im Folketing beginnen in dieser Woche.

Quelle: Dagens Byggeri

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