Am Freitag hat die norwegische Regierung den National Transport Plan (NTP) für den Zeitraum 2022-2033 vorgestellt. Insgesamt sollen 1.200 Mrd. NOK eingeseetzt werden, um ein effizientes, umweltfreundliches und sicheres Verkehrssystem zu entwickeln.

Porträt des norwegischen Verkehrsministers Hareide
Knut Arild Hareide. Foto: Torbjørn Tandberg

„Wir leben in einer Zeit mit großen Veränderungen. Der NTP 2022-2033 muss viele der Verkehrsherausforderungen lösen, die uns schon bekannt sind. Gleichzeitig brauchen wir genügend Flexibilität für die Herausforderungen, die wir noch nicht kennen. Es ist ein ambitionierter Plan, die Investitionssumme ist höher als je zuvor. Doch es ist ein realistischer Plan‟, erklärte Verkehrsminister Knut Arild Hareide in einer Pressemeldung.

Die norwegische Ministerpräsidentin Erna Solberg kommentierte: „Die Investitionen der Regierung in den Verkehr basieren auf einer erhöhten Wertschöpfung, mehr Freiheit und mehr Möglichkeiten für mehr Menschen. Selbst wenn der finanzielle Handlungsspielraum insgesamt in der Zukunft kleiner wird, werden die Verkehrsinvestitionen weiter auf einem hohen Niveau sein. Denn die Gelder, die wir in den Verkehr stecken, tragen zu einem der wichtigsten Ziele Norwegens bei: Mehr zu schaffen und mehr Menschen in Arbeit zu bringen.‟

Mehr Verkehr fürs Geld

Die Regierung machte im NTP deutlich, dass ein Projekt auch geändert werden kann, wenn dies notwendig ist, um die Herausforderungen des Projekts zu bewältigen. Hareide sagte: „Angesichts der großen Veränderungen, die geschehen, sowohl im Bereich Technologie, aber auch angesichts des Klimawandels und des zunehmenden Verkehrsbedarfs, muss eine heute plausibel scheinende Lösung es in 10 Jahren nicht unbedingt auch noch sein. Deshalb wollen wir uns nicht zu früh mit zu detaillierten Projekten blockieren. Wir geben unseren Unternehmen im Bereich Verkehr größeren Handlungsspielraum, die besten Lösungen zu wählen und eine andere Durchführungsreihenfolge vorzuschlagen, wenn die Bedingungen es erlauben. Durch geschickte Portfoliosteuerung und Optimierungen können wir den Nutzen erhöhen und die Kosten senken. Mehr Verkehr fürs Geld, damit wir die wichtigsten Herausforderungen lösen können.‟

Investitionen in effiziente und sichere Straßen

Insgesamt hat die Regierung rund 510 Mrd. NOK für die Landesstraßen vorgesehen. 440,6 Mrd. NOK erhält die norwegische Straßenadministration Statens Vegvesen, 69,4 Mrd. NOK Nye Veier. Fast 100 Mrd. NOK davon sollen für Betrieb und Instandhaltung ausgegeben werden. Das Ziel sei vor allem Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer. Man will der Vision „Null Verkehrstote bis 2050‟ so ein Stück näher kommen.

Verstärkte Investitionen in die Eisenbahn

In den Bereich Bahn will die norwegische Regierung in den nächsten 12 Jahren fast 400 Mrd. NOK investieren. „Die Bahn spielt im Verkehrssystem eine wichtige Rolle. Züge sind schnell, sicher, umweltfreundlich und nutzen Flächen effektiv. Daher soll umweltfreundlicher Personen- und Güterverkehr per Bahn eine noch wichtigere Rolle spielen. Zusätzlich zu neuer Infrastruktur und besserer Instandhaltung ist hier Digitalisierung ein wichtiges Stichwort. Neue digitale Signalanlagen und eine bessere Netzabdeckung sind zentrale Punkte bei der Modernisierung der norwegischen Bahn‟, so der Verkehrsminister.

Weitere Investitionen sind für einen sicheren und klimafreundlichen Seeverkehr geplant, außerdem werden neue Flughäfen in Bodø und Mo i Rana gebaut, um die Entwicklung der Stadt Bodø bzw. der Region Helgeland zu stärken.

Ein grünerer Verkehrssektor

Der Verkehrssektor ist für rund ein Drittel der Klimagas-Emissionen Norwegens verantwortlich. Die Region plant, die Emissionen des Sektors bis 2030 zu halbieren (im Vergleich zu 2005). Dafür soll unter anderem die Einhaltung des Handlungsplans für fossilfreie Baustellen stärker vorangetrieben werden. Außerdem sollen die Wiederverwendung und Optimierung von Straßenstrecken die Gesamtflächennutzung von Verkehrsprojekten reduzieren. Weitere Maßnahmen sind die Förderung des Rad- und des Kollektivverkehrs, die schrittweise Reduzierung von Dieselzügen und bessere Bedingungen für mehr Null- und Niedrig-Emissionsfahrzeuge zu Lande, zu Wasser und in der Luft.

Verkehrsminister Hareide erklärte: „Die Welt steht vor einer Klimakrise, und der Verkehrssektor muss einen Großteil der Emissionsreduzierungen leisten. Wir müssen neue Lösungen nutzen und zielgerichtet darauf hinarbeiten, um die Emissionen aus Bau und Nutzung der Verkehrsinfrastruktur zu reduzieren.‟

Quelle: Building Supply NO

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