Straßenbauprojekte in Norwegen mit einem Investionsrahmen über 200 Mio. NOK müssen zukünftig die Nachhaltigkeitszertifizierung CEEQUAL erreichen.

Das hat die norwegische Straßenadministration Statens Vegvesen jetzt beschlossen. Bereits jetzt sind einige der aktuellen Straßenbauprojekte der Behörde nach CEEQUAL zertifiziert.

Die Anforderungen an Bauunternehmen zur Durchführung einer CEEQUAL-Zertifizierung sind in Zukunft Bestandteil der Vertragsvorlagen, und die Vorgaben von Statens Vegvesen werden mit den CEEQUAL-Umweltkriterien harmonisiert.

Nachhaltigkeitsarbeit jetzt noch wichtiger

Porträt kjell inge davik
Kjell Inge Davik von Statens Vegvesen. Bild: Knut Opeide

„Seit mehreren Jahren haben wir in Sachen Klima und Umwelt bei den Straßenbauprojekten schon gute Arbeit geleistet. Jetzt ziehen wir die Schrauben etwas enger an, um das CEEQUAL-Niveau zu erreichen‟, erklärte Kjell Inge Davik von Statens Vegvesen.

Der Leiter des Bereichs Ausbau betonte, die Behörde sei bei der Umweltzertifizierung schon auf einem guten Weg. Als vor gut einem Jahr die E16 zwischen Bagn und Bjørgo für den Verkehr freigegeben wurden, erhielt das Projekt als erstes Straßenbauprojekt in Norwegen die international anerkannte Zertifizierung.

„Etwa ein halbes Jahr nach der E16 eröffneten wir das ÖPP-Projekt RV3/35 zwischen Løten und Elverum. Dieses Projekt hat die höchste Punktzahl, den Whole Team Award, Stufe Excellent, erreicht. Beide Projekte haben wir mit Skanska durchgeführt‟, so Davik.

Derzeit befinden sich rund 30 Projekte der Behörde in der Bauphase, die einen Vertragswert von 200 Mio. NOK (ca. 18,9 Mio. EUR) oder mehr haben.

CEEQUAL

CEEQUAL (The Civil Engineering Quality Assessment & Awards Scheme) ist ein internationales Umweltzertifizierungssystem für Tiefbauprojekte mit dem Ziel, diese umweltfreundlicher und nachhaltiger zu machen. Damit soll ein Branchenstandard mit einheitlichen und vorhersehbaren Umweltanforderungen für die Branche geschaffen werden.

Die Zertifizierung betrifft ein breites Spektrum an Umweltaspekten, von Klima und Energieverbrauch über Artenvielfalt und Kulturdenkmäler bis hin zu Schutz von Anwohnern und anderen Interessenvertretern. Dafür wird ein Bauprojekt nach einem Set an Umweltkriterien bewertet, die Erfüllung jedes Kriterium muss dokumentiert werden. Die Kriterien können für verschiedene Phasen im Projekt gelten, von der Planung über die Projektierung bis hin zum Ausbau, aber auch eine Bewertung des Gesamtprojekts ist möglich.

Beispiele für Kriterien

Geringerer Energieverbrauch:

  • Beim E16-Projekt Bagn-Bjørgo hat das beauftragte Unternehmen Energie und Diesel eingespart, weil die Transportstrecke für das Tunnelgestein reduziert wurde. 190.000 m³ Gestein fanden eine neue Verwendung vor Ort in Bagn, anstatt sie zu einer Deponie in Nord-Aurdal zu transportieren. Das bedeutet 19.000 weniger LKW-Fahrten.
  • Das Tunnelgestein wurde verwendet, um einen Sportplatz in Bagn, der überschwemmungsgefährdet war, um zwei Meter anzuheben.
  • Die Lagerung des restlichen Tunnelgesteins erfolgte so, dass es beim Bau einer neuen Kommunalstraße zum Einsatz kommen konnte. 700 m der neuen Straße sind bereits in Betrieb.
  • Geringerer Energieverbrauch durch kürzere Bauphase

Abfälle, Recycling und wiederverwendetes Tunnelwasser

  • Wiederverwendung von Material: Eine Skigruppe aus Bagn hat Schalungsmaterial übernommen, um drei neue Skibrücken in einer neuen Loipe zu bauen. Damit konnte die Loipe früher eröffnen als geplant.
  • 90 Prozent des alten Asphalts wurden wiederverwendet.
  • Zur Wässerung von Sprenggestein nach Sprengungen hat man 15.300 m³ Wasser wiederverwendet.

Quelle: Anlegg og Transport

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