Ein Entwicklungsprojekt unter der Regie von Statens Vegvesen kommt zu dem Schluss, dass Brückentröge aus Aluminium die Kosten des Brückenbaus reduzieren könnten.

„Statens Vegvesen hat ein Entwicklungsprojekt für die Brücke über den Fluss Langenuen auf der E39 von Stord nach Os durchgeführt, um Möglichkeiten zur Kostenreduzierung zu finden‟, so Daniel Tran, Risikoingenieur bei der norwegischen Behörde, in einer Pressemeldung.

Die Kosten für den Bau der Brücke über den Langenuen zwischen Stord und Tysnes werden mit ca. fünf Milliarden Kronen veranschlagt. Geplant ist eine vierspurige Autobahn mit einer Höchstgeschwindigkeit von 110 km/h. Die Spannweite der Hängebrücke beträgt etwa 1200 Meter. Und ein Brückentrog aus Aluminium könnte die Kosten um schätzungsweise 14 Mio. Kronen reduzieren.

Aluminium kann bis zu 70 Prozent recyceltes Material enthalten

Daniel Tran erklärt: „Aluminium hat viele Vorteile. Eine Aluminiumbrücke korrodiert nicht, und deshalb ist ein Anstrich nicht nötig. Außerdem kann das Aluminium in der Brücke bis zu 70 Prozent recyceltes Material enthalten, das ist gut fürs Klima und spart Geld.‟

Illustration: Querschnitt des Brückentrogs
Querschnitt des Brückentrogs. Illustration: Vianova/Baezeni)

Stabilität ausreichend, aber Ermüdung ist eine Herausforderung

Die Belastung einer Hängebrücke hängt in hohem Maße vom Eigengewicht der Brücke ab. Daher könnte sich der Einsatz von Aluminium als Material positiv auswirken. Doch die größte Herausforderung ist die Materialermüdung im Vergleich zur geplanten Lebensdauer der Brücke unter der jeweiligen Verkehrsbelastung, denn Aluminium weist eine geringere zulässige Ermüdungskapazität auf als Stahl. Dies könne aber im Detaildesign der Brücke entsprechend berücksichtigt werden.

Gute Möglichkeiten für die norwegische Wirtschaft

„Dass es möglich ist, einen Brückentrog aus Aluminium zu bauen, wird den Markt beeinflussen und den Wettbewerb erhöhen. Und mehr Wettbewerb bedeutet niedrigere Preise‟, so Tran. „Aluminium als Baumaterial bietet gute Möglichkeiten für die norwegische Wirtschaft. Unsere Werften z.B. haben viel Erfahrung mit diesem Material. Aber es gibt auch gute Produzenten im Ausland. Mit der Konzeptstudie für einen konventionellen Brückentrog aus Stahl, die wir vorher durchgeführt haben, gibt es jetzt eine gute Vergleichsgrundlage, um zu prüfen, ob die Alu-Alternative konkurrenzfähig ist.‟

Es sei möglich, sagte Tran, den Brückentrog zu einem großen Teil mit lokalem Material aus Werkstätten in der Nähe der Brücke zu bauen. Außerdem könne man eine Montagefabrik bauen, um den Effekt von automatischen Schweiß- und Bauverfahren nutzen zu können.

Quelle: Bygg.no

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