Als erster öffentlicher Bauherr führt die norwegische Straßenbehörde Statens Vegvesen einen Klimabonus für neue Maßnahmen ein, die die negativen Klimaauswirkungen von Straßenbauprojekten reduzieren.

Kjell Inge Davik. Bild: Knut Opeide, Statens Vegvesen

„Wir möchten den Bauunternehmen einen finanziellen Anreiz bieten, Verfahren einzusetzen, die die Klimagasemissionen bei den Straßenbauprojekten reduzieren. Und das über das gesamte Projekt bis zur Freigabe der Straße für den Verkehr‟, erklärt Kjell Inge Davik von Statens Vegvesen.

Die Behörde sieht sich als einer der größten Bauherren in Norwegen besonders in der Verantwortung, dazu beizutragen, dass Norwegen seine Klimaziele erreicht. Laut Pariser Abkommen soll das Land die Klimagasemissionen bis 2030 um mindestens 40 Prozent reduzieren. Statens Vegvesen legt die Latte noch höher und will sogar 50 Prozent erreichen.

Bei Straßenbauprojekten sind die Klimagasemissionen hoch. 10-30 Prozent kommen durch den Dieselverbrauch der Baumaschinen und Transportfahrzeuge. Der Rest entsteht bei der Produktion von Materialien wie Beton, Stahl und Asphalt.

Verfahren werden immer besser

Selbst wenn der Ablauf effizient geplant wird, können besonders große Straßenbauprojekte über mehrere Jahre laufen. In der Zwischenzeit kommen immer neue Technologien auf den Markt, mit denen sich die Emissionen reduzieren lassen. So stehen den beauftragten Unternehmen während des Projekts mehr klimafreundliche Lösungen zur Verfügung als noch während der Vertragsanbahnung.

„Wir möchten Auftragnehmer belohnen, die neue Technologien und verbesserte Materialien verwenden, die nicht im Vertrag stehen. Klimaschutz muss finanziell attraktiv sein‟, so Davik.

Klimabonus und -abzüge

Statens Vegvesen will aber nicht nur die Auftragnehmer belohnen, die im Laufe eines Projekts bessere Emissionswerte erzielen als ursprünglich berechnet. Umgekehrt sollen auch Projekte mit schlechteren Werten als ursprünglich geplant Abzüge erhalten.

Ab einem Auftragsvolumen von mehr als 51 Mio. NOK will Statens Vegvesen den Klimabonus anwenden. Berechnet wird er basierend auf der Verbesserung der Klimawerte in Prozent.

Bisher hat Statens Vegvesen den Klimabonus in Ausführungsverträgen eingeführt. Im nächsten Schritt wird die Lösung testweise auch bei zwei Totalunternehmerverträgen im E16-Ausbau erprobt, undbis Ende des Jahres sollen alle Totalunternehmerverträge den Klimabonus enthalten.

Quelle: Anlegg og transport

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