Weil Maschinen, Material und Arbeitskräfte aus dem Ausland nicht einsatzbereit sind, werden sich einige große Verkehrsprojekte in Dänemark erheblich verzögern.

Geschlossene Grenzen, unterbrochene Lieferketten und Beschränkungen aufgrund des Corona-Virus werden sich in den Kosten mehrerer großer Bauprojekte niederschlagen.

Verkehrsminister Benny Engelbrecht hat der dänischen Regierung eine Übersicht der Projekte übergeben, die sich verzögern und verteuern werden. Bisher wollte er die finanziellen und zeitlichen Folgen aber noch nicht genau beziffern.

Bau der Storstrømbrücke betroffen

Die Storstrømbrücke, die vom italienischen Konsortium „Storstrøm Bridge Joint Venture‟ (SBJV) abgerissen und neu gebaut werden soll, leidet darunter, dass die Unternehmen kein Material, keine Geräte und keine Arbeitskräfte ins Land bringen können.

Die dänische Straßenbehörde Vejdirektoratet geht davon aus, dass die Produktion in diesem Projekt nur sehr langsam vorangehen wird. So wurde z.B. in China am 1. Februar die Produktion der Spezialformen für die Brückenträger gestoppt, die im Mai geliefert werden sollten. Niels Gottlieb, der Projektleiter bei Vejdirektoratet, erklärte, die Produktion sei wohl wieder aufgenommen worden, man habe aber noch keine Bestätigung.

Vejdirektoratet konnte bisher nicht präzisieren, wie hoch die voraussichtlichen finanziellen Folgen sein werden. Niemand könne sagen, was in den kommenden Monaten und Jahren in Bezug auf neue Infektionswellen und die Regelungen für Arbeiten, Reisen und Quarantäne noch passiert.

Metrobau verzögert sich wegen Quarantäne

Eine der Tunnelbohrmaschinen im Metrobau steht derzeit still. Diese hier hat aber gerade erst an Ostern mit dem Durchbruch in Sluseholmen einen wichtigen Meilenstein erreicht. Bild: Pelle Rink / Metroselskabet

Auch der Bau der Metro M4 Sydhavn in Kopenhagen hat wesentlich an Fahrt verloren. Wie Metroselskabet meldete, ist derzeit nur eine der beiden Tunnelbohrmaschinen in Betrieb. Das liegt daran, dass viele ausländische Handwerker und Mitarbeiter zu Beginn der Krise in ihre Heimatländer zurückgekehrt sind und jetzt aufgrund von Reisebeschränkungen und Quarantänevorschriften nicht nach Dänemark zurück können. Aufgrund der Vorsichtsmaßnahmen, die Metroselskabet selbst für das Projekt veranlasst hat, verzögern sich die Arbeiten zusätzlich. Das wirkt sich sowohl auf die Betonarbeiten als auch auf die Tunnelarbeiten aus.

Quelle: Licitationen.dk

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