In Schweden bewältigt die Baubranche die Corona-Krise bisher relativ gut. Große Konzerne wie NCC, Skanska und Peab setzen die Produktion wie geplant fort. Trotzdem herrscht große Unsicherheit, was langfristig passiert.

Bisher waren die Großkonzerne in Schweden noch nicht gezwungen, drastische Maßnahmen zu ergreifen. Skanska stellt derzeit keine Störungen der Produktion aufgrund von Personalmangel oder Reisebeschränkungen für ausländische Arbeitskräfte fest, sondern hat sich in solchen Fällen mit lokalen Arbeitskräften behelfen können. Auch Kurzarbeit sei bisher noch nicht nötig gewesen.

Porträt von Gunnar Hagman, Skanska
Gunnar Hagman. Bild: Skanska

„Unser Unternehmen läuft derzeit ohne größere Schwierigkeiten weiter. Es gehen sogar Aufträge ein. Es ist wichtig, dass vor allem die öffentlichen Bauherren an ihren Plänen festhalten. Wohnungen, Schulen und Infrastruktur werden benötigt. Hier haben wir eine gemeinsame Verantwortung, den Wohn- und Gesellschaftsbau nicht zurückzufahren‟, sagt Gunnar Hagman, Geschäftsführer von Skanska Schweden.

Projekte laufen weiter

Auch NCC hat sich zum Ziel gesetzt, den Betrieb mit so wenigen Störungen wie möglich fortzusetzen, und gerade einen Vertrag für ein großes Krankenhausprojekt geschlossen.

Porträt von Henrik Landelius, NCC
Henrik Landelius. Bild: Joakim Kröger

„Derzeit laufen alle unsere Projekte weiter, und unsere Mitarbeiter setzen sich sehr dafür ein, dass das auch so bleibt. An einigen Stellen gibt es natürlich Einschränkungen, und dort arbeiten wir daran, Lösungen zu finden und Arbeitsschritte zu priorisieren. Bisher haben wir keine Pläne, Projekte zu stoppen, aber natürlich behalten wir die weitere Entwicklung im Blick‟, erklärt Henrik Landelius, Geschäftsbereichsleiter von NCC Building Sverige.

Urban Alm. Bild: Dan Coleman

Bei Peab halten sich die kurzfristigen Auswirkungen bisher in Grenzen. Zu Beginn seien mehr Krankmeldungen zu verzeichnen gewesen, aber jetzt seien die Zahlen nach Aussage von Peabs Arbeitsschutzbeauftragten Urban Alm wieder normal. „Bisher sind nur einige wenige Arbeitsplätze beeinträchtigt. Wir beobachten die Situation aber ganz genau, um die langfristigen Auswirkungen abschätzen zu können.‟

Infrastrukturprojekte als Wachstumsmotor

Kurzfristig scheint die Situation in der Baubranche stabil zu sein, doch es herrscht große Unsicherheit, wie es weitergeht, wenn die Beschränkungen für eine lange Zeit aufrecht erhalten werden müssen.

Gunnar Hagman meint: „Aus früheren Krisen, nicht zuletzt aus der Finanzkrise 2008, haben wir gelernt, dass nach der Krise die Baubranche ein Motor für die Wirtschaft ist. Der Bedarf an Wohnraum, Straßen, Brücken, Seniorenheimen ist ja nicht weg. Investitionen in Infrastruktur sind oft der Schlüssel zu einer schnelleren Erholung. Darauf werden wir uns vorbereiten.‟

Quelle: Byggvärlden

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.