Die schwedische Behörde für Wohnungsbau Boverket muss ihre Bauvorschriften überarbeiten. Das Ziel ist, allgemeine Ratschläge und Verweise auf Normen zu verwerfen und stattdessen Innovationen zu fördern. So sollen mehr Wohnungen gebaut werden.

Schon seit langem werden die Bauvorschriften von Boverket in der Branche diskutiert und der Wunsch nach einer Reform wird laut. Jetzt soll diese Reformierung erfolgen. Die Behörde wurde von der Regierung beauftragt, die Bau- und Konstruktionsvorschriften zu prüfen und einen Vorschlag zu liefern, wie diese vereinfacht werden können.

Anders Sjelvgren. Bild: Charlotte Nilsson

Anders Sjelvgren, der Generaldirektor von Boverket, erklärt: „Die These lautet, dass wir allgemeine Ratschläge und Hinweise auf Normen weglassen können. Wir wollen außerdem das Aussehen unserer Vorschriften ändern – und sie digitalisieren.‟

Pilotprojekt: Überarbeitung der Lärmschutzvorschriften

In einem ersten Schritt soll der Abschnitt überarbeitet werden, der Lärmschutzmaßnahmen betrifft. Gemeinsam mit Vertretern der Branche will man Vorschläge für Vereinfachungen entwickeln.

„Wenn das gut läuft, wollen wir Ende 2020 der Regierung einen Plan vorlegen, wie wir das gesamte Regelwerk reformieren können‟, so Sjelvgren.

Ziel: mehr Wohnungen

Mit der Reformierung möchte man erreichen, dass der Fokus mehr auf dem liegt, was geliefert werden soll, als auf den verwendeten Methoden. Jedes Jahr werden ca. 64.000 neue Wohnungen benötigt, und je weniger kompliziert die Vorschriften sind, desto größer ist die Chance, dass dieses Ziel auch errreicht wird.

„Eine Norm ist ein Verfahren, um Anforderungen durchzusetzen. Es muss möglich sein, dafür jede gewünschte Methode anzuwenden, solange die Anforderung erfüllt wird. Wir wollen die Innovationskraft stärken, indem wir die Branche nicht an bestimmte Lösungen binden‟, sagte Anders Självgren.

Bei der Überprüfung der Vorschriften wird Boverket von Branchenverbänden wie Sveriges Byggindustrier, Byggherrarna, Innovationsföretagen sowie dem schwedischen Normungsinstitut (SIS) unterstützt.

Quelle: Byggindustrin

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