Eine Untersuchung des Verbands Sveriges Allmännyttiga Bostadsföretag SABO hat ergeben, dass in den letzten 4 Jahren die Preise im Wohnungsbau fast um die Hälfte gestiegen sind. Betrachtet man nur die Jahre 2015-2017, sind es sogar 69 Prozent.

Schweden hat mit die höchsten Baupreise in der EU – und sie steigen noch weiter. Ein neuer Bericht des Verbands SABO, erstellt vom Beratungsunternehmen Tyréns, zeigt einen Preisanstieg um fast 69 Prozent zwischen 2015 und 2017 und für den gesamten untersuchten Zeitraum um 48 Prozent.

Niedrigere Preise aus dem Ausland

Insgesamt wurden 829 Angebote aus 283 Vergabeverfahren ausgewertet. Von den 289 Anbietern waren 23 aus dem Ausland, sie haben insgesamt 45 Angebote eingereicht. Die Auswertung ergab, dass der Anteil ausländischer Akteure seit 2015 von 0 auf 8 Prozent gestiegen ist – und das die ausländische Angebote grundsätzlich niedrigere Preise aufwiesen als die schwedischen.

Porträt Jonas Högset
Jonas Högset. Bild: SABO

„In diesem Licht betrachtet scheinen die angebotenen Preise beinahe schon unmoralisch hoch zu sein, während bei der Produktivität gleichzeitig zu wenig passiert. Preiserhöhungen auf Bauvorschriften, Standarderhöhungen oder Grundstückspreise zu schieben, funktioniert diesmal nicht‟, betont Jonas Högset, Leiter des Bereichs Immobilien und Wohnen bei SABO.

Zu wenige ausländische Anbieter, um Marktpreise zu beeinflussen

Der Untersuchung zufolge scheinen es ausländische Unternehmen – trotz der niedrigeren Preise – häufig schwer zu haben, Vergabeverfahren zu gewinnen oder sich überhaupt zu qualifizieren. Der Preisunterschied zwischen einheimischen und ausländischen Angeboten ist mit den Jahren kleiner geworden. Doch noch 2018 waren die ausländischen Preise rund 38 Prozent niedriger als die einheimischen. Bei einem Projekt von etwa 50 Wohneinheiten kann dies eine Einsparung von rund 35 Mio SEK (rund 3,4 Mio EUR) bedeuten.

Trotz der konkurrenzfähigen Preise seien es immer noch zu wenige ausländische Unternehmen, um den Markt und die Preise zu beeinflussen. Zu diesem Schluss kommt Tyréns im Bericht. „Die niedrigeren Angebotspreise von ausländischen Unternehmen haben nicht dazu geführt, dass schwedische Unternehmen ihre Preise angepasst hätten. Es sind nach wie vor zu wenige‟, so Högset.

Quelle: Byggvärlden

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