Papierloser Kraftwerksbau

Norwegens größtes Wasserkraftwerk, Vamma in Inre Östfold, befindet sich im Bau. Das Projekt, eines der größten Entwicklungsprojekte seit den 80er-Jahren, läuft seit 2015 und soll vor dem Frühjahrshochwasser 2019 fertig sein. Es ist das erste Projekt dieser Größte, bei dem die Projektierung vollständig papierlos erfolgte.

Mit einer Investitionssumme von 920 Mio. NOK (94 Mio. EUR) soll der Ausbau des Kraftwerks 230 GWh neue grüne Energie liefern. Energie, die dem Verbrauch von ca. 11.500 Einfamilienhäusern entspricht. Damit wird die Gesamtstromproduktion Strom für 75.000 Haushalte liefern.

Das Projekt hat den Namen Vamma 12 erhalten, weil das Kraftwerk zuvor bereits über 11 Aggregate verfügte.

Bild der Generatorgrube
Bild: ECo Energi

„Das neue Aggregat soll die elf anderen ersetzen, von denen die ältesten mehr als 100 Jahre alt sind. Durch den Ausbau werden wir das Wasser effizienter nutzen. Derzeit gibt es Phasen, wie z.B. während des jährlichen Frühjahrshochwassers, in denen wir die maximale Leistung in der Stromproduktion nicht erreichen‟, erklärt Per Storm-Mathisen, Pressesprecher der Bauherrin E-CO-Energi, die im letzten Jahr 90 % der Betreibergesellschaft Hafslund vattenkraftproduktion übernommen hat.

Die Arbeiten seien in vollem Gang, so Storm-Mathisen weiter. „Es sieht so aus, als würden wir planmäßig zum Frühjahrshochwasser 2019 fertig. Es gab einige Überraschungen und unvorhersehbare Herausforderungen, die wir aber lösen konnten. Es ist nicht immer leicht, sich mit den Naturgewalten anzulegen. Zum Beispiel hatten wir das stärkste Frühjahrshochwasser seit 1995. Da mussten wir eine Zeit lang die Arbeiten unterbrechen.‟

Das neue Aggregat wurde als separate Einheit in einem separaten Gebäude auf der westlichen Seite des Flusses Glomma aufgebaut und wird als separates Kraftwerk mit einem gemeinsamen Damm mit dem vorhandenen Kraftwerk verbunden. Heute beträgt die durchschnittliche Jahresproduktion 1350 GWh, was 14 Prozent des Stromverbrauchs in Oslo entspricht. Das neue Aggregat wird mehr als 1000 GWh pro Jahr produzieren. 230 GWh davon sind neuer, zusätzlicher Strom, während der Rest die Produktion der alten Aggregate ersetzt.

Die Projektierung des Kraftwerkausbaus wurde von Norconsult übernommen. Das Projekt hat international für Aufmerksamkeit gesorgt und Preise erhalten als erstes Projekt dieser Größe, das auf einer vollständig papierlosen Projektierung basiert, also vollständig auf BIM basiert. Auf der Baustelle gibt es ausschließlich digitale Modelle, die sämtlichen benötigten Informationen des Projekts beinhalten.

„Der papierlose Arbeitsplatz hat sehr gut funktioniert, insbesondere im Hinblick darauf, dass es das erste Kraftwerk dieser Größe ist, das mit BIM gebaut wurde. Die Bauunternehmen waren sehr zufrieden, und es hat sich gezeigt, dass komplizierte Arbeitsschritte einfacher sind, wenn man Modelle statt der Zeichnungen verwendet. Auf diese Weise haben wir sowohl Zeit als auch Geld gespart. BIM stellt die Qualität im Projekt sicher, man sieht sofort, wie das fertige Projekt aussehen wird, alle Parteien können direkt in das Projekt einbezogen und koordiniert werden. Das reduziert Fehler bei der Ausführung‟, sagte Per Storm-Mathisen.

Quelle: Byggfakta.today

 

 

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