Anfang Februar verkündete die dänische Bau- und Gebäudeverwaltung Bygningsstyrelse in einer Pressemeldung ihren Beschluss, zukünftige Vergabeverfahren zu den eigenen Bauprojekten ohne Mengenangaben zu veröffentlichen, bis eine ausreichende technische Grundlage in Form einer gemeinsamen Preisklassifikation für die gesamte Baubranche geschaffen wurde, mit Messregeln für sämtliche Arbeiten. Der Branchenverband Dansk Byggeri sieht diese Entscheidung sehr kritisch.

2007 war die „Vorschrift zur Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien im Bausektor (IKT)‟ eingeführt worden, um die Digitalisierung der Branche voranzutreiben. U.a. wurde darin die Nutzung digitaler, objektbasierter Baumodelle bei Projektierung und Vergabeverfahren von Bauprojekten geregelt. Jedoch hatte die Einführung der Vorschrift nicht zu den finanziellen Gewinnen und der Budgetsicherheit geführt, die sich die Behörde versprochen hatte. Im Gegenteil seien die Ausgaben für die Aufträge eher gestiegen. Daher wolle man jetzt von Ausschreibungen mit vorgegebenen Mengen absehen.

Die Behörde betonte in der Pressemeldung, man beabsichtige, weiterhin digitale Ausschreibungen und Angebotseinreichungen sowie 3D-Projektierungen und Digitalisierung zu nutzen. Die Maßnahme diene ausschließlich der Begrenzung des Risikos der Behörde als Bauherrin und solle nur vorübergehend gelten. Keinesfalls habe man die Absicht, die Digitalisierung im Bausektor rückgängig zu machen, heißt es in der Pressemeldung.

Der Branchenverband Dansk Byggeri sieht diese Entscheidung sehr kritisch und sorgt sich um die digitale Entwicklung der Branche. „Für die ausführenden Unternehmen bedeutet es viel Arbeit, in einem Angebotsprozess die Mengen zusammenzustellen, und die Anforderung der IKT-Vorschrift, dass Ausschreibungen Mengenangaben enthalten mussten, bedeutete für die Anbieter mehr Sicherheit, weil man nicht mehr über die Fähigkeit, die Mengen zu messen und festzulegen, konkurrieren musste, sondern über die Preise für Materialien und Ausführung. Nun spielt die Unsicherheit bzgl. der Mengen wieder eine stärkere Rolle, und wir glauben, dass sich das negativ auf die Produktivität der Branche auswirken wird‟, so der Geschäftsführer für den Bereich Gewerbe- und Branchenservice in einem Kommentar.

Quelle: Bygningsstyrelse / Dansk Byggeri
Bild: Ricky John Malloy

 

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