Norra Djurgårdsstaden ‒ eines von vielen großen Wohnungsbauprojekten in Schwedens Hauptstadt

Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Bundesrepublik Deutschland Germany Trade & Invest (GTAI) hat kürzlich einen Bericht über den schwedischen Ausschreibungsmarkt veröffentlicht. Darin heißt es, weiterhin liege darin viel Potenzial für deutsche Unternehmen.

Dass die skandinavische Baubranche und insbesondere die schwedische sich positiv entwickelt, ist längst bekannt. Im öffentlichen Sektor wird enorm investiert, vor allem im Straßenbau und Ausbau des Schienennetzes. Und in den Metropolregionen rund um Stockholm und Göteborg ist der Wohnungsbau gefordert wie nie, um dem zunehmenden Wohnraumbedarf Rechnung zu tragen. In Stockholm sind hier vor allem die Projekte Hagastaden, Stockholm Royal Seaport und Arstafältet mit zusammen etwa 46.000 Wohnungen bis 2030 zu nennen.

Bei den Infrastrukturprojekten ist die Verkehrsbehörde Trafikverket der größte Auftraggeber. „Sie erwirbt für Straßen- und Bahnprojekte alljährlich Produkte und Leistungen im Wert von etwa 40 Mrd. Schwedischen Kronen (skr; circa 4,3 Mrd. Euro; 1 Euro = 9,3535 skr im Jahresdurchschnitt 2015)‟, heißt in dem Bericht von GTAI.

Deutsche Unternehmen sind bei diesen Projekten zunehmend gefragt. Immer öfter laden ausschreibende Organe wie Trafikverket zu internationalen Lieferantentreffen, um den Markt für ausländische Bieter zugänglich und interessant zu machen. Und einige große deutsche Unternehmen wie Züblin oder BIlfinger Berger sind längst bei schwedischen Bauprojekten aktiv. 

Preis oft ausschlaggebend

Wie in vielen anderen Branchen ist auch im schwedischen Bausektor meist der Preis das Haupt-Entscheidungskriterium bei der Vergabe von Aufträgen, häufig zulasten der Qualität. Doch auch hier werden hin und wieder andere Vergabewege beschritten: „Es gibt aber auch Vergabesituationen, in denen die Käufer Preiswettbewerb ausschließen wollen. Dann legt der Käufer einen Preis fest und bittet potenzielle Anbieter um Angebote, was sie zu diesem Preis liefern können. Das ist gängige Praxis im Bausektor. Käufer wollen dann kein Preisdumping seitens der Anbieter riskieren, damit Auftragnehmer später während der Bauphase nicht insolvent werden, wenn sich Parameter ändern und herausstellt, dass Preise in den Angeboten zu knapp bemessen waren."

Neue Ausschreibungsgesetze

Im Zuge der Umsetzung der neuen EU-Vergaberichtlinien wurden in Schweden auch die Ausschreibungsgesetze überarbeitet. Die drei neuen Gesetze enthalten grundlegende Änderungen gegenüber der bisherigen Vergabepraxis. Diese Gesetze sollen 2017 in Kraft treten.

Den ausführlichen Bericht können Sie auf der Internetseite von GTAI nachlesen.

Quelle: GTAI.de

Bild: Aaro Designsystem
 

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