Die zukünftige Station Arenastaden in Stockholm. Bild: Region Stockholm / &Rundquist/TMRW

Der Ausbau der Stockholmer U-Bahn zwischen Arenastaden und Södra Hagalund sollte im Juni beginnen. Aber der Zweitplatzierte des Vergabeverfahrens hatte Einspruch eingelegt und eine Verschiebung des Termins beantragt.

Im Frühjahr dieses Jahres beendete die Region Stockholm das Vergabeverfahren für den Großauftrag 3717 für den Solna-Teil der Stockholmer U-Bahn-Erweiterung. Der Auftrag umfasst Arbeits- und Haupttunnel auf dem Abschnitt Arenastaden bis Södra Hagalund sowie eine Reihe von Nebenarbeiten.

Nach der Evaluierung erhielt das Konsortium aus der spanischen Comsa und der türkischen Soner Temel Mühendislik („COSO‟) den Zuschlag mit einer Bewertungssumme von 1 176 783 763 SEK. Itinera aus Italien belegte mit einer Bewertungssumme von 1 291 661 200 SEK den zweiten Platz.

Nach der Zuschlagserteilung hat das zweitplatzierte Unternehmen Itinera eine Überprüfung beantragt. Nach Ansicht von Itinera hat das Konsortium aus der spanischen Comsa und der türkischen Soner Temel Mühendislik die in den Bewerbungsregeln festgelegten Kriterien nicht erfüllt und hätte daher nicht für den Auftrag qualifiziert werden dürfen.

Sprachliche Kriterien nicht erfüllt

Laut dem von Itinera beim Verwaltungsgericht Stockholm eingereichten Nachprüfungsantrag haben Comsa und Soner Temel Mühendislik („COSO“) den Antrag auf Teilnahme am Vergabeverfahren nicht vollständig in schwedischer oder englischer Sprache eingereicht. Konkret hat das spanisch-türkische Konsortium es immer wieder versäumt, für das Referenzprojekt Mecidiyeköy – Mahmutbey (Teil der Istanbuler Metro) die türkischen Wörter „kum-kumtasi- seyl-kil“ (Google Translate Übersetzung: „Sand-Sandstein-Schiefer-Ton“) zu übersetzen.

Für dasselbe Referenzprojekt gab es auch keine vollständige Bescheinigung des Auftraggebers, dass der Auftrag nicht nur ausgeführt wurde, sondern auch eine akzeptable Qualität erreicht hat – was nach Ansicht von Itinera ein wesentlicher Bestandteil der verbindlichen Anforderung ist.

Kein Nachweis der technischen und fachlichen Leistungsfähigkeit

Ein weiterer Einwand lautet, dass das Konsortium „COSO‟ nicht nachgewiesen hat, über die erforderliche „technischen und fachlichen Leistungsfähigkeit‟ zu verfügen. So sind beispielsweise keine Erfahrungen im „Tunnelbau mit kontinuierlicher Vorinjektion in den Fels unter Verwendung von Zement als Arbeitsverfahren und mit mindestens 20 000 Bohrmetern‟ angegeben.

Als Zweitplatzierte der Ausschreibung fordert Itenera eine Überprüfung der Ausschreibung. Der italienische Baukonzern geht davon aus, angesichts dieser Sachverhalte eigentlich den Zuschlag bekommen zu müssen.

Malin Harders, Projektleiterin für die U-Bahn Arenastaden, erklärt gegenüber Byggindustrin, man habe gehofft, im Juni mit den Arbeiten beginnen zu können. „Der Einspruch ist daher sehr bedauerlich. Der Schriftverkehr lief den ganzen Sommer über, jetzt ist er abgeschlossen und wir warten auf die Entscheidung des Verwaltungsgerichts‟, sagt Malin Harders.

Quelle: Byggindustrin

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