Ausländische Arbeitnehmer, die vorübergehend in Schweden als Leiharbeiter arbeiten, sollen ab dem ersten Tag in Schweden Steuern zahlen. Darauf haben sich die schwedische Regierung und die Oppositionspartei Vänsterpartiet verständigt. Wenn der Vorschlag im Herbst im Reichstag verabschiedet wird, sollen die neuen Regelungen bereits ab dem Jahreswechsel gelten.

Der Vorschlag sieht vor, dass ausländische Unternehmen, die ihren Sitz nicht in Schweden haben und Personal für max. 6 Monate entleihen, zukünftig zur Zahlung von Steuern ab dem ersten Tag, an dem die Arbeiten beginnen, gezwungen werden sollen. Derzeit müssen ausländische Unternehmen bei Personal, das kürzer als 6 Monate entliehen wird, keine Steuern zahlen.

Ali Esbati, Reichstagsmitglied bei Vänsterpartiet, zeigt sich zufrieden über die Einigung, die die Regierung und seine Partei erzielt haben.

„Wir haben lange dafür gekämpft, dass die 183-Tages-Regel abgeschafft wird.‟ Seiner Ansicht nach hätten die verschärften Steuerregeln sehr viele Vorteile. Nicht zuletzt würde ungesunder Konkurrenz Einhalt geboten. „ Es geht darum, die Normen in den betroffenen Branchen zu verändern. Wenn ein Unternehmen versucht, Steuern zu vermeiden, kann man oft feststellen, dass es an der Arbeitsstelle auch andere Probleme gibt. Dieser Vorschlag ist eine Maßnahme, um gesündere Bedingungen u.a. in der Baubranche zu schaffen und dem Preis- und Lohndruck entgegen zu wirken‟, so Esbati.

Der Plan sieht vor, dass die Regierung noch vor den Wahlen im September eine Regierungsvorlage einbringt. Danach wird im Herbst der Beschluss im Reichstag verabschiedet, und die Steuern für ausländische Leiharbeiter könnten bereits ab dem 1. Januar 2019 Realität sein.

Porträt der schwedischen Finanzministerin Magdalena Andersson
Finanzministerin Magdalena Andersson / Quelle: Kristian Pohl/Government Offices of Sweden

Im Sommer 2017 verschickte das Finanzministerium ein Memorandum zu dem Vorschlag, der ursprünglich von der Steuerverwaltung Skatteverket kam. Die Behörde geht davon aus, dass die Gesetzesänderung etwa 600 Mio. SEK zusätzliche Steuereinnahmen bringen kann.

„Auf dem schwedischen Arbeitsmarkt muss Ordnung herrschen, und dafür ist ein fairer Wettbewerb zwischen schwedischen Arbeitnehmern und ausländischen Arbeitskräften nötig‟, sagte Finanzministerin Magdalena Andersson damals.

Quelle: Byggindustrin

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