Sowohl die staatliche Eisenbahnbehörde Banedanmark als auch die Oberste Straßenbaubehörde bestätigen, aufgrund des starken Wettbewerbs zwischen den Bauunternehmen sehr gute Preise zu bekommen. Eine verbesserte Zusammenarbeit könnte nach Meinung der Bauunternehmen ebenfalls ein Teil der Erklärung sein.

Um Bauaufträge herrscht immer noch ein starker Wettbewerb, und das spiegelt sich in vernünftigen Preisen für die Bauherrn wieder. Zu diesem Schluss kam der gerade veröffentlichte Statusbericht über Bauprojekte im Verkehrssektor des Verkehrsministeriums. In dem Bericht gibt Banedanmark an, dass der Markt sich im letzten Jahr aus der Sicht des Bauherrn positiv entwickelt hat.

„Zum jetzigen Zeitpunkt ist immer noch unklar, ob sich diese Tendenz fortsetzen wird‟, so Banedanmark. Im Bereich der Beratungsleistungen sei der Markt beinahe gesättigt, was höhere Preise zur Folge habe. Im Bereich der Bauleistungen stellt Banedanmark dagegen Wettbewerb und weiterhin großes Interesse für die Ausschreibungen fest, auch wenn sich bei einigen Aufgaben ebenfalls tendenziell steigende Preise feststellen ließen.

Bauunternehmer selektieren mehr

Nach Einschätzung der Eisenbahnbehörde sind größere Unternehmen wählerischer geworden bei der Entscheidung für eine Präqualifikation bei Ausschreibungen. Dagegen lässt sich ein zunehmendes ausländisches Interesse an den Bauaufträgen feststellen. Banedanmark erklärt, einige größere ausländische Unternehmen würden sich offenbar nach Dänemark orientieren bzw. dort expandieren.

„In den nächsten Jahren wird es viele Aufträge geben, es ist daher von Vorteil, wenn wir mehr und kapazitätsmäßig größere Bauunternehmen bekommen.‟

Auch die Straßenbaubehörde Vejdirektoratet ist der Ansicht, dass die Marktsituation im Straßenbausektor günstig ist. Das deuten sowohl das Preisniveau als auch die letzten durchgeführten Ausschreibungen sowie die Anzahl der Anbieter an.

Bessere Zusammenarbeit

Der Branchenverband Danske Anlægsentreprenører (dt. Dänische Bauunternehmer) bestätigt dieses Bild. „Bei allen Aufträgen gibt es weiter starken Wettbewerb, ob es nun Straßenbau-, Bahnbau- oder andere Aufgaben betrifft‟, so Niels Nielsen von Danske Anlægsentreprenører. Er ergänzt, dass jedoch auch die verbesserte Zusammenarbeit zwischen Bauherren und Bauunternehmern zu den besseren Preisen beigetragen habe.

„Sowohl die Straßenbaubehörde als auch die Eisenbahnbehörde haben in den letzten Jahren verstärkt darauf geachtet, die Bauunternehmer früh in den Prozess mit einzubeziehen. Zwei professionelle Bauherren mit einem Blick für Innovationen. Das Vejdirektoratet hat beispielsweise sowohl bei der neuen Storstrøms-Brücke als auch bei der Brücke über den Roskilde-Fjord die üblichen Prozesse durch Einbeziehung interessierter Unternehmen bereits vor der Ausschreibung verändert. Das zeigt den Wunsch, von der Erfahrung der Unternehmen von Anfang an zu profitieren. Banedanmark hat bei der neuen Strecke zwischen Kopenhagen und Ringsted den Fokus auf Digitalisierung als Werkzeug zur Effizienzsteigerung und Prozessoptimierung gelegt. Wenn die Bauherren auf Zusammenarbeit setzen, schlägt sich das in den Preisen nieder‟, meint Nielsen. Er bestätigte ebenfalls die Einschätzung, dass einige der großen Bauunternehmen mehr selektieren, bevor sie eine Präqualifikation beantragen.

„Ist der Bauherr in seiner Ausschreibung genauer, kann der Bauunternehmer besser einschätzen, ob die Aufgabe in sein Portfolio passt, und dadurch auch ein besseres Risikomanagement anbieten‟, so Nielsen. Auch die Ansicht, dass der Eintritt einiger größerer ausländischer Bauunternehmen in den dänischen Markt den Wettbewerb verstärkt und sich auf dem Markt ein differenzierteres Bild abzeichnet, bestätigt er und ergänzt, häufig würden die ausländischen mit den dänischen Bauunternehmen zusammenarbeiten.

Quelle: Licitationen.dk

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