Laut Untersuchung zweier deutscher Experten ist die Verkehrszahl für die zukünftige Fehmarnbelt-Querung höher, als bisher aus dänischen Medienberichten hervorgegangen war.

In einem Kommentar zur dänischen Debatte bestätigten zwei deutsche Verkehrsexperten und Mitautoren des Entwurfs einer neuen deutschen Verkehrsprognose, dass die Zunahme des Verkehrs über Landesgrenzen, darunter auch über den Fehmarnbelt, größer ist als auf innerdeutschen Straßen.

„Mehrere dänische Medien haben falsch interpretierte Zahlen aus einer Verkehrsprognose verbreitet, die wir für das deutsche Verkehrsministerium erarbeitet haben. Die Prognose zeigt einen größeren Anstieg des Verkehrs über den Fehmarnbelt als in den Medien geschildert.‟ Das meinen sowohl der Diplom-Ökonom Stefanos Kotzagiorgis der BVU Beratergruppe Verkehr und Umwelt GmbH in Freiburg als auch Diplom-Ingenieur Dr. Markus Schubert von Intraplan Consult in München.

In dänischen Medien war betont worden, dass die erwartete Verkehrszunahme am Fehmarnbelt nicht mit der neuen deutschen Prognose übereinstimme. Doch dies ist nicht korrekt: „Besonders der Personen- und Güterverkehr von und nach Schweden und Sjælland ist beim Fehmarnbelt interessant. Hier zeigt die Prognose eine Zunahme im Gütervferkehr von 2,1 Prozent jährlich, d.h. fast dreimal so viel wie die Gesamtzunahme des Güterverkehrs in Deutschland von 0,8 Prozent pro Jahr. Vergleichbare Unterschiede sind auch für Pkw zu erwarten‟, so die beiden deutschen Experten.

Die Verkehrszunahme auf der Strecke Rødby-Puttgarden hat in den letzten Jahren durchschnittlich mehr als 3 Prozent pro Jahr betragen. Das Unternehmen Femern A/S hat seine Kalkulation für die Fehmarnbelt-Querung auf der Basis einer Verkehrszunahme um etwa die Hälfte erstellt, nämlich 1,7 Prozent in den ersten 25 Jahren nach Öffnung der Verbindung. Dazu kommt ein sogenannter Verkehrssprung in den ersten Jahren direkt nach der Eröffnung, wie man ihn auch nach der Eröffnung der Storebelt- und der Öresundbrücke feststellen konnte. Die letzte finanzielle Analyse stammt aus dem Jahr 2011. Die Femern A/S will nun vor der Entscheidung im Genehmigungsfahren aktualisierte Verkehrsprognosen und Kalkulationen vorlegen, damit Regierung und Parlament eine aktuelle Beschlussgrundlage haben.

Quelle: Licitationen.dk

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