Durch Daten aus Fahrzeugen und digitale Kartierung sollen Straßenschäden früher entdeckt und der Unterhalt effizienter organisiert werden.
Trafikverket (die schwedische Verkehrsverwaltung) intensiviert derzeit die Arbeit mit vernetzten Fahrbahnzustandsmessungen und der digitalen Erfassung der gesamten Straßeninfrastruktur. Mithilfe neuer Technik und Kooperationen mit Fahrzeugherstellern werden Daten über den Zustand der Straßen nahezu in Echtzeit gesammelt. Das sind wichtige Schritte, um den Straßenunterhalt zu optimieren und dadurch die Straßenqualität in Schweden zu verbessern.

Die neue Methode ermöglicht es, Unebenheiten, Frostschäden und Schlaglöcher fortlaufend zu identifizieren – unter anderem durch die Analyse von Fahrzeugdaten wie Bewegungen in den Stoßdämpfern sowie durch Bildauswertung. Damit entsteht eine wichtige Ergänzung zu den traditionellen Messverfahren.
„Wir gehen von jährlichen Messungen zu in manchen Fällen täglicher Datenerfassung über. Das gibt uns ein deutlich aktuelleres Bild vom Zustand der Straßen‟, sagt Fredrik Lindström, nationaler Koordinator für den Bereich „Zustand asphaltierte Straßen‟ bei Trafikverket.
Auch wenn das System noch nicht vollständig in Betrieb ist, werden die Informationen bereits heute für die Planung künftiger Unterhaltsmaßnahmen genutzt. Die Arbeiten knüpfen an die langjährige Erfahrung von Trafikverket mit digitalisierten Entscheidungsunterstützungen an, die bis in die 1980er-Jahre zurückreicht.
KI erfasst die gesamte Straßenanlage
Parallel dazu läuft eine umfassende digitale Kartierung der gesamten Straßenanlage. Mithilfe von KI und spezialausgerüsteten Messfahrzeugen werden Punktwolken und 360-Grad-Bilder analysiert, um Objekte im Straßenraum zu identifizieren und zu klassifizieren.
Ein konkretes Beispiel ist der Umgang mit Schutzplanken, bei dem Trafikverket nun:
- unterschiedliche Typen von Schutzplanken und ihre exakte Position identifizieren kann
- Plankenenden systematisch erfassen kann
- die Verkehrssicherheit und den Bedarf an Maßnahmen besser beurteilen kann
„Früher geschah dies manuell, was zu schwankender Qualität und einem unvollständigen Gesamtüberblick führte. Jetzt entsteht eine moderne Datenbank, die ein einheitliches, landesweites Bild der Anlage liefert‟, erklärt Joakim Fransson, nationaler Koordinator für den Bereich „Straßenbereichserfassung‟ bei Trafikverket.
Die Technik lässt sich mit einem digitalen Ortstermin vergleichen: So können etwa Durchfahrtshöhen oder Abstände direkt im digitalen Material gemessen werden.
Große Vorteile für Unterhalt und Planung
Die Initiative bringt mehrere deutliche Vorteile mit sich:
- mehr Informationen über die Straßenanlage bei geringen zusätzlichen Kosten für die Datenerhebung
- bessere Entscheidungsgrundlagen für Unterhalt und Investitionen
- größere Möglichkeiten, die Straßenanlage umfassend zu analysieren und Schwachstellen zu identifizieren
Quelle: Trafikverket