Lager statt Produktion in Odense
Novo Nordisk verwirft vorerst die Idee, Produktionsanlagen in Odense auf Fünen zu errichten. Stattdessen soll das derzeit im Bau befindliche Gebäude als Lager genutzt werden. Das sagt Jesper Trebbien Andersen, der bei Novo Nordisk für die Einrichtungen in Odense verantwortlich ist.
„Wir setzen den Bau in Odense fort, aber die Anlage wird nach der Fertigstellung als Lager- und Aufbewahrungsstätte und nicht als Produktionsanlage genutzt werden“, erklärt er in einer schriftlichen Stellungnahme.

Stellenabbau: Mehr als die Hälfte der Beschäftigten betroffen
Die Entscheidung hat nach Angaben des Unternehmens Entlassungen zur Folge. Jesper Trebbien Andersen sagt, dass mehr als die Hälfte der 150 Beschäftigten vor Ort von der Entscheidung betroffen sein wird. Er betont zugleich, dass die Einrichtungen in Odense weiterhin attraktiv für mögliche künftige Produktionsvorhaben bleiben.
Novo Nordisk, der dänische Pharmakonzern, hatte die Pläne für den Bau Ende 2024 bekannt gegeben. Damals hieß es, das Unternehmen werde 8,5 Milliarden Kronen in das Projekt investieren. Ursprünglich war vorgesehen, dass der Standort sowohl Produktions- als auch Lagerfunktionen übernehmen sollte.
Geplante Produktion für seltene Erkrankungen
Die Produktion in Odense sollte ursprünglich die Verpackung und Vorbereitung von Medikamenten für seltene Krankheiten umfassen, etwa für Hämophilie. Hämophilie ist eine erbliche Bluterkrankung, die die Fähigkeit des Blutes zur Gerinnung beeinträchtigt.
Die Pläne für die neuen Produktionsanlagen in Odense entstanden vor dem Hintergrund, dass Novo Nordisk in den vergangenen Jahren massiv in den Ausbau seiner Produktion investiert hatte, um mit der Nachfrage nach den Produkten des Unternehmens Schritt zu halten.
Verschlechterte Marktlage und Kapazitätsplanung
Seitdem hat sich jedoch viel verändert: Eine verstärkte Konkurrenz auf dem US‑Markt hat den Gewinn des Unternehmens unter Druck gesetzt. Dies führte im Laufe des Jahres 2025 zu mehreren Gewinnwarnungen und zu einer weiteren Prognosesenkung im Zusammenhang mit dem Jahresabschluss von Novo Nordisk Anfang dieses Jahres.
Die nun getroffene Entscheidung, die Entwicklung der Produktionsanlage in Odense vorerst zu stoppen, steht nach den Worten von Jesper Trebbien Andersen im Zusammenhang mit der aktuellen Marktlage. „Die Entscheidung spiegelt eine verantwortungsvolle Kapazitätsplanung wider, die auf der derzeitigen Marktsituation mit Veränderungen in der globalen Nachfrage und im Bedarf der Patientinnen und Patienten basiert“, sagt er in einer schriftlichen Stellungnahme.
Reaktion aus Odense: „Keineswegs ein Rückzug“
Der Bürgermeister von Odense, Peter Rahbæk Juel (Sozialdemokraten), schreibt in einer SMS an den Regionalsender TV 2 Fyn (regionaler Fernsehsender für Fünen), er sei enttäuscht über die Entscheidung von Novo Nordisk, die er als Ausdruck einer allgemeinen Unsicherheit in der Welt deute. „Auch wenn es unbestreitbar ein Rückschritt ist, halte ich doch fest, dass Novo Nordisk nach wie vor nach Odense gekommen ist, um hierzubleiben. Es handelt sich in keiner Weise um einen Rückzug“, schreibt der Bürgermeister.
Quelle: Building Supply