Das Oberste Umweltgericht (Mark- och miljööverdomstolen) folgt der Argumentation von Trafikverket (der schwedischen Verkehrsverwaltung) in der Überprüfung des Genehmigungsurteils für die Felstunnel des Projekts Tvärförbindelse Södertörn. Dies bedeutet, dass im Voraus festgelegte Bedingungen für zulässigen Wassereintritt in Felstunneln durch eine Erprobungsphase ersetzt werden können.

Bild: Arvid Karlsson

Wichtige Grundsatzentscheidung für Tunnelprojekte

Am Montag, den 26. Januar 2026, wurde das Urteil in der grundsätzlichen Überprüfung der Bedingungen für die Felstunnel von Tvärförbindelse Södertörn verkündet. Das Oberste Umweltgericht (MÖD) am Svea Hovrätt hat die Entscheidung des Umweltgerichts abgeändert und stimmt mit Trafikverket überein. Das bedeutet, dass Bedingungen mit im Vorfeld festgelegten festen Begrenzungen für zulässigen Wassereintritt beim Tunnelvortrieb im Fels nicht geeignet sind. Stattdessen wählt das Gericht ein Verfahren mit einer Erprobungsphase, das im Wesentlichen dem Antrag von Trafikverket entspricht.

Ola Forssberg, Spezialist für Hydrogeologie bei Trafikverket, erklärt: „Das Urteil ist sehr wichtig und wird viele Tunnelprojekte von Trafikverket beeinflussen. In der Praxis macht die Änderung den Bauprozess vorhersehbarer. Sie ermöglicht mit Hilfe der Beobachtungsmethode eine schrittweise Anpassung der Konstruktionen in den Tunneln und der Schutzmaßnahmen in der Umgebung. Dies bringt zeitliche, ökologische und wirtschaftliche Vorteile für die Gesellschaft.”

Probleme mit dem bisherigen Modell der Auflagenregelung

Das bisherige Modell der Auflagenregelung bedeutete, dass Projekte gestoppt werden mussten, wenn der Wassereintritt nicht begrenzt werden konnte. Dieses Modell birgt erhebliche Projektrisiken und führt zu hohen Kosten und Zeitverzögerungen. Projekte waren gezwungen, Maßnahmen zu ergreifen, um die Anforderungen zu erfüllen, oder unsichere juristische Überprüfungen während der laufenden Produktion durchzuführen.

Ola Forssberg ergänzt: „Trafikverket wird auch weiterhin eine gute Kontrolle über das Grundwasser bei seinen Felstunneln haben und auch künftig umfangreiche Abdichtungen im Fels durchführen. Nun steht jedoch das Gesamtbild im Vordergrund, bei dem die tatsächlichen Auswirkungen auf die Umgebung im Fokus stehen – und nicht früh geschätzte Zahlen zum Wassereintritt.‟

Erfahrungen aus großen Tunnelprojekten

Ein Großteil der Argumentation von Trafikverket vor dem Umweltgericht basierte auf Erfahrungen aus großen Tunnelprojekten, etwa der E4 Förbifart Stockholm. Die Bezirksverwaltung (Länsstyrelsen) war im Wesentlichen mit Trafikverket einig, dass die Konstruktion der Auflagen geändert werden müsse. Uneinigkeit zwischen den Parteien bestand nur in Details der Regelung der Erprobungsphase. Die Auswirkungen auf die Umgebung sollen zukünftig in einem Kontrollprogramm behandelt werden, statt auf im Vorfeld festgelegten Prinzipien zu beruhen – ein Vorschlag, den Trafikverket gemacht hat.

Quelle: Trafikverket

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