Die Annahmekriterien für Bodenmaterial an der künstlichen Halbinsel Lynetteholm vor Kopenhagen werden im Zuge neuer EU-Regulierung angepasst
Das Annahmezentrum für Bodenmaterial (Jordmodtageanlæg) Lynetteholm darf ab sofort keinen Bauaushub mehr annehmen, der nachweislich PFAS enthält – selbst dann nicht, wenn die Belastung unterhalb der geltenden Grenzwerte liegt. Dies teilte das Unternehmen By & Havn (Eigentümer und Betreiber des Projekts) in einer Pressemitteilung mit.

Die neuen Bedingungen wurden auf Grundlage einer behördlichen Anordnung (Auflage) der Stadt Kopenhagen eingeführt. Ziel ist es, die Annahmekriterien bereits jetzt an die kommende EU-Gesetzgebung anzupassen.
Annahmezentrum Lynetteholm gilt als Teil von Kopenhagens Infrastruktur
Das Annahmezentrum nimmt überschüssigen Boden von Bau- und Infrastrukturprojekten aus Kopenhagen und Umgebung auf. Dieser wird für die Aufschüttung von Lynetteholm, einer neuen künstlichen Halbinsel und künftigem Element des Sturmflutschutzes für die Hauptstadtregion, verwendet.
Seit der Eröffnung 2023 wurde Boden angenommen, solange die Grenzwerte der dänischen Umweltbehörde Miljøstyrelsen für Schadstoffe eingehalten wurden. Die Bodenqualitätskriterien legen fest, bis zu welchen Werten Boden als gesundheitlich unbedenklich gilt und auch für sensible Nutzungen geeignet ist.
Neuregelung betrifft nur einen kleinen Anteil
Nach Angaben von By & Havn stammt der Großteil des angelieferten Bodens aus nicht belasteten Gebieten. Daher werde künftig nur ein kleiner Teil der Gesamtmenge aufgrund der neuen Vorgaben abgewiesen.
Anpassung an EU-Vorgaben
Der Hintergrund der neuen Regeln ist die erwartete Verschärfung der europäischen Chemikaliengesetzgebung. Die EU plant, die Liste der regulierten PFAS-Stoffe von 22 auf 25 zu erweitern. Es wird davon ausgegangen, dass diese Stoffe auch in die nationalen Bodenqualitätskriterien aufgenommen werden.
By & Havn begrüßt die neuen, klaren Vorgaben. Es sei nun sichergestellt, dass keine Kommune mehr PFAS-belasteten Boden nach Lynetteholm bringen könne.
Wir freuen uns, dass wir rechtzeitig sicherstellen können, die Anforderungen der EU zu erfüllen. Die Änderung hat keine Auswirkungen auf den Großteil der Bodenmengen, die wir jährlich aus Bau- und Erschließungsprojekten in Kopenhagen und Umgebung erhalten.
Leiter der Abteilung für Landgewinnung, Claus Schøsler, By & Havn,
Inkrafttreten und weitere Informationen
Die neuen Annahmebedingungen gelten seit dem 25. Februar 2026. By & Havn informiert aktuell die betroffenen Kommunen über die geänderten Regeln für die Anlieferung von Bodenmaterial.
Hintergrund: Annahmeprozess für Bodenmaterial
- Bodenlieferungen nach Lynetteholm dürfen nur nach vorheriger Zuordnung durch die jeweilige Herkunftskommune erfolgen.
- Vor dem Transport muss der Boden analysiert und hinsichtlich Belastung und Schadstoffart kategorisiert werden.
- Seit Februar 2026 wird kein Boden mehr angenommen, der nachweislich PFAS enthält – unabhängig davon, ob die bisherigen Grenzwerte eingehalten werden.
Quelle: By&Havn