Am 24. Februar 2026 wurde auf Kvitsøy die letzte Sprengung im ersten von zwei Lüftungsschächten erfolgreich durchgeführt. Damit ist der Schacht mit einer Tiefe von 211 Metern vollständig bis in eine der beiden unterirdischen Lüftungshallen am Verkehrsknotenpunkt und den Haupttunnelröhren des Boknafjordtunnels geöffnet. Dieser Durchbruch markiert einen der wichtigsten Meilensteine beim Bau von Rogfast-Tunnel, der später als längster und tiefster Unterwassertunnel der Welt in Betrieb gehen soll.

Technisch anspruchsvolle Lüftungsbauwerke

Die beiden Lüftungsschächte zählen zu den herausforderndsten Bauwerken des gesamten Projekts. Sie reichen jeweils 211 Meter tief in den Fels; einer mit einem Durchmesser von 9,4 Metern, der andere misst 8,6 Meter. Im Endausbau werden die Schächte als „Lungen“ des Rogfast dienen: Über den einen wird verbrauchte Luft aus der Tunnelanlage abgeführt, während der andere frische Luft zuführt und so einen sicheren Betrieb gewährleistet. Bereits während der Bauphase übernehmen die Schächte wichtige Aufgaben für die Belüftung.

Zufriedene Bauherrschaft und hohe Spezialisierung

Hauptauftragnehmer auf Kvitsøy ist die Arbeitsgemeinschaft JVIS Implenia Stangeland. Projektleiter Sveinung Brude von Statens vegvesen (die norwegische Straßenverwaltung) zeigt sich zufrieden: „Als Bauherr sind wir sehr zufrieden mit JVIS (Implenia/Stangeland) und der Unterstützung durch den Nachunternehmer Østu-Stettin, der als Spezialist den Schacht von der Oberfläche bis zur 20 Meter hohen Lüftungshalle in 211 Meter Tiefe gebohrt, gesprengt und gesichert hat.“ Die Abteufung der Schächte ist eine komplexe und technisch anspruchsvolle Methode, die spezielles Gerät und erfahrenes Personal erfordert. Brude ist zuversichtlich, dass auch der zweite Schacht planmäßig fertiggestellt werden kann.

Projekt verläuft nach Plan

Die Arbeiten auf Kvitsøy verlaufen bislang planmäßig. Das Projekt tritt nun in geologisch anspruchsvollere Bereiche ein, was die weitere Vortriebsgeschwindigkeit leicht beeinflussen dürfte. Während der Sprengarbeiten und technischen Vorbereitungen für den zweiten Schacht werden Spezialausrüstung und Infrastruktur sukzessive umgesetzt.

Von links: Projektleiter bei Implenia Ole Magne Rønning, Projektleiter bei der norwegischen Straßenverkehrsbehörde Sveinung Brude und Rune Vågsland, Sprengmeister bei Fjellboring Sør AS, stehen vor dem Lüftungsschacht, der nach der letzten Sprengung nun vollständig geöffnet ist. Bild: Statens Vegvesen

Tunneldurchstich in beide Richtungen

Gleichzeitig wird an den Haupttunnelröhren sowohl von Randaberg im Süden als auch von Bokn im Norden in Richtung Kvitsøy, sowie von Kvitsøy aus in beide Richtungen, gearbeitet. Das zweigeschossige Tunnelkreuz im Berg, an dem die Kvitsøy-Tunnelröhre spiralförmig zur Insel führt, ist bereits fertiggestellt – eine Lösung, die bislang in keinem anderen Unterwassertunnel eingesetzt wurde.

„Dass wir nun verkünden können, dass Rogfast zur Hälfte fertiggestellt ist, ist eine bedeutende Nachricht und ein wichtiger Moment für das gesamte Projekt“, so Brude. „Dieser Meilenstein zeigt, was möglich ist, wenn drei große Tunnelbauaufträge in eine Richtung gehen und unsere Teams in einem technisch höchst anspruchsvollen Unterwasserprojekt erfolgreich zusammenarbeiten. Dennoch liegt noch viel Arbeit vor uns. Jetzt gehen wir mit neuer Motivation in die nächste Phase. Der Durchbruch zwischen Bokn und Kvitsøy ist für 2028 geplant, zwischen Randaberg und Kvitsøy für 2029.“

Verkehrsprojekt mit regionaler Bedeutung

Rogfast wird die Regionen auf beiden Seiten des Boknafjords enger miteinander verbinden und die Reisezeit zwischen Stavanger und Bergen um 40 Minuten verkürzen. Mit dem heutigen Durchbruch rückt Rogfast einen entscheidenden Schritt näher daran, eines der wegweisendsten Infrastrukturprojekte Norwegens zu werden.

Quelle: Statens Vegvesen

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