Das Bauvorhaben der künstlichen Halbinsel Lynetteholm in Kopenhagen hat in den Jahren 2025–2026 eine intensivere Umsetzungsphase erreicht. Das Projekt gilt als Dänemarks größte Stadtentwicklungsoffensive der jüngeren Zeit und vereint Küstenschutz, Flächengewinnung sowie langfristige Stadtplanung. Parallel dazu werden weiterhin Auswirkungen auf Umwelt, Wirtschaft und Verkehrslösungen diskutiert.
Schwerpunkt: Bau der Schutzanlagen
In der ersten großen Bauetappe liegt der Fokus auf der Errichtung eines umfangreichen Schutzdamms rund um die zukünftige Halbinsel. Diese Konstruktion soll sowohl als Barriere gegen Sturmfluten dienen als auch das zu verfüllende Gebiet im Öresund begrenzen. Die Anlieferung von Erd- und Aushubmaterial aus großangelegten Infrastrukturprojekten in der Region wurde sukzessive verstärkt.
Nach aktueller Planung wird die Landmasse im Zeitraum der 2020er und 2030er Jahre aufgebaut. Anschließend folgt eine langjährige Phase der Stadtentwicklung mit Wohnflächen, Arbeitsplätzen und öffentlicher Infrastruktur. Das gesamte Projekt erstreckt sich voraussichtlich bis etwa 2070 und zählt damit zu den dauerhaftesten Bauvorhaben Europas.

Infrastruktur als Schlüsselfaktor der Finanzierung
Parallel zur Landgewinnung werden neue Verkehrslösungen geprüft. Die Stadt Kopenhagen und der dänische Staat planen eine östliche Umgehungsstraße sowie eine neue U-Bahn-Linie, die das Gebiet mit dem Stadtzentrum verbinden soll. Diese Infrastrukturmaßnahmen sind entscheidend für die Finanzierung, da der Verkauf von Grundstücken und die künftige Nutzung zur Kostendeckung beitragen sollen.
Die konkrete Ausgestaltung der Verkehrs- und U-Bahn-Anbindungen ist jedoch noch nicht endgültig beschlossen. Die weitere Entwicklung des Projekts hängt daher von politischen Prioritäten auf nationaler Ebene und von den kommenden Genehmigungsverfahren ab.
Neue Stadtteile mit integriertem Küstenschutz
Lynetteholm ist als neuer, wasserbezogener Stadtteil mit Wohnungen, Arbeitsplätzen und öffentlichen Bereichen am Wasser geplant. Die Planung basiert auf einer dichten urbanen Struktur mit Kanälen, Parks und Strandzonen. Inspiration stammt aus klassischen Quartiersstrukturen Kopenhagens, allerdings in deutlich größerem Maßstab.
Ein zentrales Ziel ist die Verbindung von Stadtentwicklung und Schutz vor steigenden Meeresspiegeln. Die Halbinsel soll als Barriere gegen Sturmfluten im Öresund wirken und dadurch das Überschwemmungsrisiko im zentralen Stadtgebiet verringern. Landschaftsarchitektur, Ingenieurwesen und Stadtplanung werden von Beginn an integriert.
Kritik an Umweltwirkungen und Finanzierung
Das Projekt stößt zugleich auf Kritik aus Dänemark und Schweden. Umweltorganisationen warnen vor Auswirkungen auf das maritime Ökosystem im Öresund und auf die Sedimentströme der Region. Auch das Finanzierungsmodell wird hinterfragt, da es maßgeblich auf zukünftigen Grundstückswerten und Infrastrukturinvestitionen basiert.
Trotz der Einwände wird das Bauvorhaben planmäßig fortgeführt. In Dänemark besteht breite politische Unterstützung für das Projekt, das von Entscheidungsträgern als strategische Maßnahme zur weiteren Expansion Kopenhagens und zur Bewältigung wachsender Überschwemmungsrisiken gesehen wird.
In den kommenden Jahren wird der Schwerpunkt auf fortgesetzter Landgewinnung, Umweltüberwachung sowie Entscheidungen zu Verkehrslösungen liegen. Erst nach Klärung dieser Aspekte kann die konkrete Bebauung in größerem Umfang beginnen.